Hoch bringt Kaltluft

"Egon" macht Platz für "Brigitta" mit Sonne oder Nebel

Am Wochenende sind die Wetteraussichten in Sachen Wintersport recht gut. Foto: Caroline Seidel
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Am Wochenende sind die Wetteraussichten in Sachen Wintersport recht gut. Foto: Caroline Seidel
Im dichten Schneetreiben zieht eine Frau in Meineringhausen (Hessen) ein Kind auf einem Schlitten. Foto: Uwe Zucchi
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Im dichten Schneetreiben zieht eine Frau in Meineringhausen (Hessen) ein Kind auf einem Schlitten. Foto: Uwe Zucchi
Ein Räumfahrzeug am Freitag in der Nähe von Blankenheim in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Foto: Henning Kaiser
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Ein Räumfahrzeug am Freitag in der Nähe von Blankenheim in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Foto: Henning Kaiser
Wintersportler stehen am Fellhorn bei Oberstdorf (Bayern) im dichten Schneetreiben neben einer Pistenraupe. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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Wintersportler stehen am Fellhorn bei Oberstdorf (Bayern) im dichten Schneetreiben neben einer Pistenraupe. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
In dichtem Schneetreiben musizieren Alphornbläser auf dem Fellhorn bei Oberstdorf anlässlich der Einweihung einer neuen Sesselliftanlage. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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In dichtem Schneetreiben musizieren Alphornbläser auf dem Fellhorn bei Oberstdorf anlässlich der Einweihung einer neuen Sesselliftanlage. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Sturmtief "Egon" bleibt Wintersportlern in schlechter Erinnerung. Orkanböen, umgestürzte Bäume, gesperrte Liftanlagen - Pistenspaß hört sich anders an. Aber nun sieht es besser aus. Und neuen Schnee gibt es auch.

Offenbach (dpa) - Auf das Sturmtief "Egon" folgt zu Beginn der neuen Woche Hochdruckwetter. "Ob wir dann Sonnentage oder Hochnebel haben, entscheidet sich erst kurzfristig", erklärte der Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Voraussichtlich wird es frostig: Hoch "Brigitta" bringt kalte Luft aus dem Osten nach Deutschland. Abseits der Küsten können die Temperaturen nachts auf minus 20 Grad sinken.

Ehe die Hochdruckwetterlage zur Geltung kommt, sind am Sonntag bei wechselnder bis starker Bewölkung noch einmal weitere Schneeschauer zu erwarten, die in den Hochlagen bis zu zehn Zentimeter Neuschnee bringen können. Nur im Norden lockert es bereits auf. Die Höchsttemperatur liegt bei vier Grad.

Auch in der Nacht zum Montag kann gebietsweise noch einmal Schnee fallen. Tagsüber ist es meist bewölkt, gelegentlich schneit es noch. Im Tagesverlauf dringen die Aufheiterungen im Norden und Westen weiter nach Süden vor. Die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt, es herrscht leichter bis mäßiger Dauerfrost.

Am Dienstag bleibt es tagsüber meist trocken. Es ist teils aufgelockert, teils stark bewölkt. Die Höchstwerte liegen zwischen minus acht Grad im Süden und minus ein Grad im Norden.

Nachdem Sturmtief "Egon" den Liftbetrieb und den Straßenverkehr teilweise lahmgelegt hatte, haben sich die Bedingungen in vielen Wintersportregionen am Wochenende deutlich verbessert. Loipen wurde neu gespurt und Lifte wieder Betrieb genommen. Einige Unwegbarkeiten blieben aber.

So haben Wintersportler im Schwarzwald in Baden-Württemberg zwar ordentliche Bedingungen. Aber auf Sonnenschein mussten Alpinskifahrer, Langläufer oder Rodler weitgehend verzichten. Stattdessen soll es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes immer wieder schneien. Die Schneehöhen reichten von 12 Zentimetern auf 950 Metern Höhe bis zu 30 Zentimetern auf 1450 Meter Höhe.

Möglicherweise könnten am Wochenende mehr Lifte ihren Betrieb aufnehmen, sagte Carolin Kunzmann vom Liftverbund Feldberg. Die Gegebenheiten entlang der Schwarzwaldhochstraße im Nordteil des Mittelgebirges haben sich durch zwischenzeitliche Regenfälle etwas verschlechtert. Wer mit dem Auto in den Hochschwarzwald fahren möchte, braucht in jedem Fall Winterausrüstung.

Nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Seilbahnen in München sollte der Bergbahn- und Skibetrieb in Bayern wieder relativ normal laufen. "Die Pisten waren zuletzt ja in einem hervorragenden Zustand", sagte eine Sprecherin. Allerdings müssen Ski-Tourengeher aufpassen. Oberhalb der Baumgrenze gibt es nach Auskunft des Lawinenwarndiensts Bayern vor allem im kammnahen Steilgelände eine erhebliche Lawinengefahr. Hier könne bereits ein einzelner Skifahrer Schneebrettlawinen auslösen.

Eine beachtliche Naturschneedecke gibt es auch in den Wintersportgebieten in Nordrhein-Westfalen. Viele bunte Figuren auf einer weißen Schneedecke - das war am Samstag das Bild im Sauerland. "Es ist ein sehr, sehr gutes Wochenende", sagte die Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland, Susanne Schulten. "Besonders schön ist, dass wir sehr viel Naturschnee haben." Das gelte auch für die mittleren Lagen. 102 Lifte sind demnach an diesem Wochenende im Sauerland in Betrieb, 477 Kilometer Loipen sind gespurt.

Im Harz fanden Wintersportfreunde teilweise reichlich weiße Pracht vor. In den Touristik-Gebieten des Oberharzes herrschte großer Andrang. "Hier ist die Hölle los", sagte am Samstag Angelika Rebentisch von der Touristik-Information Altenau-Schulenberg im Kreis Goslar. Das Telefon stehe nicht mehr still. Die Leute erkundigten sich, ob die Loipen gespurt seien, ob die Lifte liefen und nach Rodelmöglichkeiten. Im Harz sind derzeit 40 von 52 Pisten geöffnet, 22 von 35 Rodelbahnen präpariert und 307 Kilometer Loipen gespurt. Wer lieber Wandern will, für den stehen im Moment 186 Kilometer Winterwanderwege zur Verfügung, teilte der Harzer Tourismusverband auf seiner Webseite mit.

Neuschnee hat am Samstagmorgen auch überall im Thüringer Wald für gute Bedingungen gesorgt. Zum Wochenende konnten in den Urlaubergebieten wieder Loipen gespurt werden, berichtete Christin Löffel vom Regionalverband Thüringer Wald. Da es weiter in dicken Flocken schneie, müssten Pisten immer wieder geräumt werden. "Die Pistengerätefahrer sind jedoch bemüht, die besten Bedingungen zu schaffen." Das Wintersportzentrum Oberhof meldete 40 Zentimeter Neuschnee. Allein auf dem Rennsteig sind 25 Kilometer Loipen, 10 Kilometer Skiwanderwege und 15 Kilometer Wanderwege präpariert.

Auch die sächsischen Wintersportgebiete sind bestens vorbereitet. Die Fichtelberg Schwebebahn fahre, alles sei "top", sagte Geschäftsführer René Lötzsch. Zudem habe es kräftig Neuschnee gegeben. Auf dem Fichtelberg lagen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 92 Zentimeter Schnee.

Wintersportbericht Feldberg

Wetterbericht des DWD

Wintersportbericht Schwarzwaldhochstraße

Schneehöhen Sauerland

Harz-Schneebericht

Informationen zum Winterwetter

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