Fakten über Sneakers: Das ist die Geschichte des Kultschuhs

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Lässig, lässiger, Sneakers – jeder mag die leichten Freizeitschuhe. Doch kennen Sie die Geschichte dahinter? Lesen Sie hier spannende Fakten zum Kultschuh.

Sie zieren die Auslage jedes Schuhgeschäfts und sind bei Jung und Alt beliebt. Ob Luxus-Design oder cooler Retro-Style – Sneakers gibt es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Kennen Sie die Geschichte hinter dem Kultschuh? Wir präsentieren Ihnen erstaunliche Fakten.

Geburt des Kultschuhs: Daher kommt der Name Sneaker

Kennen Sie das englische Verb „to sneak“ – auf Deutsch „schleichen“? Der Werbeprofi Henry McKinney kreierte diesen Ausdruck Anfang des 20. Jahrhunderts für Schuhe, die sich durch ihre leichte Bauweise und ihre Gummisohle auszeichnen. Damit bildeten sie das Gegenstück zu den gebräuchlichen Schuhmodellen mit harter Ledersohle, deren Markenzeichen der laute Auftritt war. Mit Sneakers am Fuß „schlichen“ die Träger fast lautlos über die Straßen – und das tun sie bis heute. 

Vom Kricketplatz zu Olympia 

Am Anfang war das Spiel! Die Ursprünge der heutigen Sneakers liegen im Kricketsport. 1860 trugen die Spieler in den USA und England leichte Halbschuhe aus weichem Leinenstoff mit einer flexiblen Gummisohle. So konnten sie sich l eise über den Rasen bewegen und den Fuß im Schuh abrollen

Dieser Vorteil sprach sich herum: 1917 fertigte die US-Firma „Keds“ Kinderschuhe mit einer Gummisohle an. 1919 erblickte schließlich der erste Converse All Star das Licht der Welt – der Sneaker war geboren. Seitdem kamen immer mehr Varianten auf den Markt, die auch Jugendliche und Erwachsene begeisterten. Parallel dazu entwickelte sich die industrielle Massenproduktion, sodass die Hersteller Sneakers in großen Stückzahlen anfertigen konnten. Bereits 1910 produzierte Converse 4.000 Turnschuhe pro Tag

Die Erfolgsgeschichte der „Chucks“ nahm 1936 Fahrt auf, als das US-Basketball-Team sie als offizielle Schuhe bestimmte. Im gleichen Jahr war Basketball erstmals olympische Disziplin und das US-Team gewann die Goldmedaille. Endgültig zum Freizeit- und Kultschuh avancierte der Sneaker in den 50er-Jahren. Filmikone James Dean posierte mit den Schuhen auf Fotos. Stars wie Mick Jagger oder David Bowie taten es ihm gleich. So wurde der Sneaker zum Symbol der Jugend, die sich gegen das Establishment wandte. 

Die Mutter aller Sneakers Dieser Schuh ist Gold wert! 

Der „Chuck Taylor All Star“, den Converse 1917 in die Läden brachte, ist der meistverkaufte Sneaker der Welt. Bis heute gingen mehr als eine Milliarde Exemplare des Kultschuhs über die Ladentheke – damit ist er das bislang erfolgreichste Schuhmodell aller Zeiten

Sein Namensgeber, Charles H. „Chuck“ Taylor, war ein Basketballspieler und Converse-Mitarbeiter. Er trug seine ersten „Chucks“ bereits 1918 und entschloss sich 1921, seinen Lieblingssport Basketball bekannt zu machen. Dazu gab er zum Beispiel Basketball-Unterricht an Universitäten. 1923 erhielten die Converse All Star-Schuhe ihren charakteristischen Aufnäher, der Chuck Taylors Unterschrift ziert

Der Kultschuh erobert die Welt 

Mit Nike, Adidas, Puma oder auch Reebok etablierten sich über die Jahrzehnte bekannte Hersteller mit ihren Sneakers-Modellen. Seit 2003 gehört Converse zu Nike – heute ist die Marke mit dem berühmten Logo der weltweit führende Sportartikelhersteller

In den 70er, 80er und 90er-Jahren waren es vor allem Schauspieler, Sportler und Musiker, die die Popularität der Sneakers weltweit vorantrieben. So entstanden zahlreiche Modelle, die bis heute Kultstatus genießen – etwa „Nike Jordan Air 1“ (1985), „Adidas Superstar“ (1986) oder „Reebok Court Victory“ (1989). Der von US-Rapper Kanye West designte Sneaker „Air Yeezy 2 Red October“ gehört zu den am schnellsten verkauften Modellen. Der Kultschuh war 2014 innerhalb von Sekunden vergriffen. Mittlerweile verkaufen auch Designer wie Ralph Lauren, Versace, Calvin Klein, Cavalli oder Prada Sneakers. 

Im deutschsprachigen Raum sind Sneakers seit den 1980er-Jahren äußerst populär – allerdings hießen sie lange Zeit nur „Turnschuhe“ oder „Sportschuhe“. Unvergessen bleibt dabei der ehemalige Grünen-Politiker und Außenminister Joschka Fischer, der sich 1985 in Nike-Schuhen im Deutschen Bundestag als Landesminister vereidigen ließ. Erst seit der Jahrtausendwende werden Sneakers in Deutschland auch als solche produziert und beworben. Der Begriff „Sportschuhe“ umfasst seitdem Schuhe, die Sie ausschließlich beim Sport anziehen. Sneakers gelten hingegen als modische Schuhe, die Sie in der Freizeit tragen.

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