Höchststrafe

Sohn nach Einschulung erschossen - Dreifachmörder muss lebenslang in Haft

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Prozess nach Dreifach-Mord von Villingendorf

Im Prozess um den Dreifachmord im im baden-württembergischen Villingendorf hat das Gericht nun das Urteil gesprochen. 

Rottweil - Für den Mord an seinem sechsjährigen Sohn am Tag seiner Einschulung und an zwei weiteren Menschen im schwäbischen Villingendorf ist der 41 Jahre alte Angeklagte am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 

Das Landgericht Rottweil stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, womit der Kroate nicht nach 15 Jahren vorzeitig auf freien Fuß kommen kann.

Der Mann hatte im Prozess zugegeben, Mitte September 2017 in Villingendorf bei Rottweil seinen Sohn, den neuen Verlobten seiner Ex-Partnerin sowie dessen Cousine erschossen zu haben. Der Junge war erst am Morgen des Tattages eingeschult worden. Die Mutter seines Sohnes habe er bewusst laufen gelassen, so die Staatsanwaltschaft. Sie sollte den Rest ihres Lebens am Verlust leiden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe gefordert.

Schon seiner ersten Frau hat Drazen D. damit gedroht, die gemeinsamen Kinder zu töten, um sie zu quälen, wie sich im Prozess gegen ihn herausstellt. Bei seiner zweiten Partnerin - und der zweiten gescheiterten Beziehung - setzte er seinen grauenvollen Plan in die Tat um.

Höchststrafe für Dreifachmord

Stellt das Gericht eine „besondere Schwere der Schuld“ fest, kommt der Täter nur in Ausnahmefällen vorzeitig frei - etwa wegen hohen Alters oder schwerer Krankheit. Besondere Schwere der Schuld bedeutet zum Beispiel, dass das Motiv besonders verwerflich war, die Tat besonders grausam oder mit mehreren Opfern.

Der 41-Jährige hatte Ende Mai ein Geständnis abgelegt und gesagt, er sei bei der Tat nicht er selbst gewesen, sondern habe „wie ein Roboter“ gehandelt. Am Tag der Tat habe er seine Ex-Partnerin zur Rede stellen wollen. Mit Blick auf die mit bis zu sechs Schuss geladene Waffe, die er mit auf die Terrasse in Villingendorf brachte, sei diese Aussage nicht sehr glaubwürdig, hatte Oberstaatsanwalt Dittrich in den Plädoyers gesagt. „Er kam nicht, um zu reden. Er kam, um zu töten.“

Ex-Partnerin hatte vor 41-Jährigen gewarnt

Der Angeklagte habe mit der Tat mit einem Schlag drei Familien zerstört. Der Verlobte von Darios Mutter hinterlässt eine Ex-Frau mit drei Kindern, die Cousine einen Mann mit zwei kleinen Kindern. Die zur Tatzeit keine drei Jahre alte Tochter des Mannes war am 14. September 2017 auch zu Besuch am Tatort: Das Mädchen versteckte sich nach den ersten Schüssen im Badezimmer, bis die Polizei es fand.

Vertreter der neun Nebenkläger hatten im Prozess deutliche Kritik an Behörden und Polizei geübt. Diese hätten die Angst und die Warnungen der Ex-Partnerin des 41-Jährigen nach diversen Mord- oder Gewaltandrohungen ignoriert. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Nach dem Familiendrama vergangenen September hat die Polizei nach dem Täter mit einem Großaufgebot fahndet.

dpa

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