Welle der Solidarität

Deshalb posten hunderte Rettungsdienstler Selfies auf Facebook

München - Rettungsdienstler aus ganz Deutschland posten momentan Fotos von sich auf Facebook. Sie solidarisieren sich mit einem Praktikanten, der aufgrund eines Selfies böse Kommentare einstecken musste.

In der Facebook-Gruppe „Dinge die ein Rettungsdienstler nicht sagt“ werden normalerweise ironisch-witzige Sprüche rund um den Berufsalltag eines Rettungsdienstlers gepostet. Vor wenigen Tagen soll ein Praktikant des Rettungsdienstes jedoch ein Foto von sich in der geschlossenen Facebook-Gruppe veröffentlicht haben: Angeblich zeigt es den jungen Mann bei einer Leerfahrt im Patientenraum eines Rettungswagen.

Aufgrund dieses Fotos sei ein riesiger Shitstorm ausgebrochen, berichtet retter.tv. Dem Praktikanten sei nämlich vorgeworfen worden, sich bei der Arbeit nicht zu konzentrieren. Ein Kommentator unterstellte dem Jungen laut retter.tv auch, er würde bei dem nächsten Einsatz wohl die Patienten fotografieren. Andere Gruppenmitglieder verteidigten den jungen Kollegen dagegen: „Entspannt euch mal! Hier ist jemand, der stolz darauf ist, in diesem schönen Beruf arbeiten zu können“, schrieb ein Facebook-Nutzer beispielsweise.

Hunderte andere ergriffen auf besondere Weise Partei für den Praktikanten: In einer Welle der Solidarität posten viele Rettungsdienstbeschäftigte ebenfalls Selfies bei der Arbeit auf Facebook. Diese Fotos sind zum Beispiel mit den Hashtags #solidaritätmitdempraktikanten, #solidaritätfürdenpraktikanten und #solidarität versehen. 

Der Praktikant beim Rettungsdienst dürfte jedoch nicht der einzige sein, der sich im Internet mit harten Worten konfrontiert sieht: Immer öfter sind Jugendliche von Cybermobbing betroffen. Laut einer weltweiten Online-Studie des Mobilfunkanbieters Vodafone und des Meinungsforschungsinstituts YouGov 2015 war jeder fünfte Jugendliche bereits Opfer von Cyberattacken. Das kann ernste psychische und körperliche Auswirkungen auf die jungen Leute haben. Umso schöner, wenn sich viele Facebook-Nutzer gemeinsam hinter einen jungen Kollegen stellen.

bau

Rubriklistenbild: © dpa

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