Im Alter von 70 Jahren gestorben

Soziologe Ulrich Beck ist tot

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Ulrich Beck wurde nur 70 Jahre alt.

München - Der deutsche Soziologe Ulrich Beck ist im Alter von 70 Jahren gestorben.  Er lehrte unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Der deutsche Soziologe Ulrich Beck ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Suhrkamp-Verlag, der zahlreiche Bücher des international anerkannten Wissenschaftlers veröffentlichte, bestätigte am Samstag den Tod Becks. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" starb Beck am 1. Januar an den Folgen eines Herzinfarkts.

Beck prägte den Begriff der Risikogesellschaft und galt als einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart. Sein 1986 erstmals veröffentlichtes Buch "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" wurde in mehr als 35 Sprachen übersetzt. Es machte ihn international und auch weit über wissenschaftliche Kreise hinaus bekannt.

Beck interessierte sich vor allem für den Grundlagenwandel moderner Gesellschaften, insbesondere im Zeichen der Globalisierung, und für die daraus entstehenden Folgen für Wirtschaft, Politik und Kultur.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erklärte in Berlin, mit Beck verliere die deutsche und europäische Politik, insbesondere die Sozialdemokratie, einen "präzisen Analytiker und hochgeschätzten Ratgeber". "Wir alle wurden in den letzten dreißig Jahren von seinen paradigmatischen Begriffen und Theoremen beeinflusst, die nicht nur die internationale Forschung, sondern auch den politischen Diskurs voranbrachten."

Beck wurde am 15. Mai 1944 in Stolp in Hinterpommern geboren und wuchs in Hannover auf. Nach seinem Studium in den Fächern Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft in München promovierte er dort 1972. Sieben Jahre später wurde er im Fach Soziologie habilitiert.

Nach Professuren in Münster und Bamberg wurde er 1992 an die Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Auch an der London School of Economics and Political Science und an der Fondation Maison des Sciences de l'Homme in Paris hatte er Professuren inne. 2011 war er Mitglied der Ethikkommission der Bundesregierung für eine "Sichere Energieversorgung", die angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima der Frage nachgehen sollte, ob der Nutzen der Atomkraft deren Risiken aufwiegt.

Eine Reihe von ausländischen Universitäten verliehen Beck die Ehrendoktorwürde, außerdem erhielt er zahlreiche Preise.

afp

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