Meilenstein im Raumfahrtmarkt: Rakete landet auf Boot im Meer

+

Cape Canaveral. Nach zahlreichen Fehlschlägen ist dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX erstmals die Landung einer Raketenstufe auf einer unbemannten Plattform im Atlantik geglückt.

Die Falcon9-Rakete hatte zuvor einen "Dragon"-Raumfrachter vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS gebracht - rund zehn Monate nach dem letzten Versuch, bei dem eine Explosion den Frachter zerstört hatte. Der "Dragon" habe am Sonntag an der ISS angedockt, teilten die US-Raumfahrtbehörde Nasa und SpaceX mit.

Die erste Raketenstufe landete am Freitag rund acht Minuten nach dem Start aufrecht auf der Plattform "Of Course I Still Love You" (auf Deutsch etwa: Natürlich liebe ich dich noch) im Atlantik. Dieses Manöver gilt als technisch extrem schwierig und war zuvor bei mehreren Versuchen missglückt. "Glückwunsch an SpaceX, dass Ihr eine Rakete auf dem Meer gelandet habt", schrieb US-Präsident Barack Obama per Kurznachrichtendienst Twitter. "Erfinder wie Ihr und die Nasa machen es möglich, dass Amerika weiterhin in der Weltraumforschung führend ist."

Mehrere Raumfahrtunternehmen versuchen derzeit, Raketen wieder landen zu lassen. Sie könnten dann mehrfach genutzt werden, was enorme Kosten sparen würde. SpaceX und der Firma BlueOrigin von Amazon-Gründer Jeff Bezos waren schon Landungen auf festem Boden gelungen, auf dem Meer waren bislang jedoch alle Versuche gescheitert.

Der "Dragon" hat Versorgungsnachschub und wissenschaftliche Experimente an Bord, unter anderem eine Art aufblasbares Wohnmodul, das an die ISS angekoppelt und getestet werden soll. Die Forscher erhoffen sich dabei Erkenntnisse über Möglichkeiten des Lebens außerhalb der Erde. Auch das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderte Experiment "Spheroids" brachte der Frachter zur ISS. Damit wollen Forscher der Universität Magdeburg die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf menschliche Blutgefäßzellen untersuchen.

An der ISS ist es mit dem "Dragon" voll geworden: Erstmals dockt der Frachter gleichzeitig mit einem anderen, dem bereits Ende März angekommenen "Cygnus", an der Raumstation an. Am 11. Mai soll der "Dragon" mit rund 1500 Kilogramm Müll und beendeten wissenschaftlichen Experimenten die ISS wieder verlassen. Es ist wieder geplant, dass er in den Pazifik platscht und aus dem Wasser gezogen wird.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.