1. Startseite
  2. Welt

Spanien: Rapsöl-Skandal von 1981 beeinträchtigt kranke Opfer bis heute

Erstellt:

Von: Judith Finsterbusch

Kommentare

Ein Supermarkt-Regal mit mehreren Speiseöl-Flaschen und -Kanistern
Der Rapsöl-Skandal aus 1981 zieht bis heute Kreise in Spanien: In kaum einem Supermarkt-Regal ist Rapsöl zu finden. © David Revenga

Beim Rapsöl-Skandal wurden 1981 in Spanien tausende Menschen mit gepanschtem Öl vergiftet, 3.800 starben. Viele Opfer kämpfen bis heute mit Spätfolgen - und für Respekt.

Madrid - Am 1. Mai 1981 starb bei Madrid ein achtjähriger Junge an einer atypischen Lungenentzündung. Im Laufe der nächsten Wochen füllen sich die Krankenhäuser in mehreren Regionen von Spanien*, Betroffene werden aus Angst vor einer ansteckenden Krankheit isoliert. Die Ärzte sind ratlos, erst später steht fest, was es mit den massiven Erkrankungen auf sich hat: Die Opfer wurden mit gepanschtem Rapsöl vergiftet. Betroffen sind über 20.000 Menschen, 3.800 sterben. Heute kämpfen die Opfer des Rapsöl-Skandals in Spanien noch immer mit den Spätfolgen der Vergiftung und kritisieren nicht zuletzt die Politik, berichtet costanachrichten.com*.

Erst Jahre nach dem Rapsöl-Skandal beginnt der Mammutprozess gegen die Unternehmer, die das mit Anilin vergiftete Rapsöl in Spanien auf den Markt brachten. Eigentlich war das Öl für den Industriegebrauch vorgesehen, als Speiseöl war es hochgiftig. Die Opfer bekommen zwar Entschädigungszahlungen vom Staat, doch sie fühlen sich bis heute übergangen: In über 40 Jahren gab es nie einen offiziellen Gedenkakt, und auch die Hilfen für die meist schwer kranken Opfer sind weitestgehend eingestellt worden. Auch auf das Konsumverhalten hat der größte Lebensmittelskandal der spanischen Geschichte bis heute Auswirkungen: In kaum einem Supermarkt-Regal steht in Spanien Rapsöl. *costanachrichten.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion