Wo und wie Sie "ISON" sehen können

Komet soll für spektakuläres Schauspiel sorgen

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Das Foto zeigt einen anderen Kometen - "Panstarrs" hatte im Frühjahr bei Himmelsguckern für Begeisterung gesorgt

Heidelberg - Der Weihnachts-Komet ISON ist im Anflug und könnte bis in den Januar ein schönes Himmelsschauspiel bieten. Hier lesen Sie, wo und wie Sie ihn sehen.

Millionen, vielleicht sogar Milliarden Jahre lang ist er weit draußen durchs All gezogen, nun stattet uns der Brocken aus der Frühzeit des Sonnensystems einen Besuch ab: Der Weihnachts-Komet ISON ist im Anflug und könnte bis in den Januar ein schönes Himmelsschauspiel bieten. Denn weil der Schweifstern der Sonne sehr nahe kommen soll, dürfte er heller als die meisten seiner Artgenossen erstrahlen - wenn er denn sein Rendezvous mit der heißen Sonne überlebt und nicht auseinanderbricht.

Entdeckt wurde der Komet schon vor mehr als einem Jahr: Zwei Amateurastronomen spürten ihn am 21. September 2012 mit einem Teleskop des "International Scientific Optical Network" (ISON) auf. Kometen gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Sie werden oft mit schmutzigen Riesen-Schneebällen aus Eis, Staub und Stein verglichen. Wenn diese Brocken sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus.

Zwar ziehen häufig Kometen an der Sonne vorbei, doch die meisten sind nur in Fernrohren zu sehen. Astronomen entdecken mit ihren Teleskopen etwa 30 Kometen jährlich. Selten sind aber die hellen Schweifsterne wie zum Beispiel die prächtigen Kometen Hale-Bopp und Hyakutake aus den 1990er Jahren. ISON wurde nach seiner Entdeckung sogar als Kandidat für einen Jahrhundert-Kometen gehandelt. Heller als der Vollmond solle er werden und sogar am Taghimmel neben der Sonne sichtbar sein, lauteten erste optimistische Prognosen.

Doch Kometen gelten als unsichere Kantonisten, deren Helligkeit nur schwer vorherzusagen ist. Außerdem kommt ISON der Sonne mit gut 1,8 Millionen Kilometern so nahe, dass er womöglich zerplatzt - vielleicht bereits während des Anflugs auf unser Zentralgestirn, das er am 28. November passieren soll.

Tagsüber wohl nicht zu sehen - nachts schon?

Sollte der kosmische Vagabund seine Reise überstehen, könnte er zwar einen spektakulären Anblick bieten. Allerdings: "Mit bloßem Auge am Taghimmel dürfte man ISON wohl eher nicht sehen können", schränkt die Astrophysikerin Carolin Liefke vom Heidelberger Haus der Astronomie ein.

Ab Mitte November wohl ohne optische Hilfsmittel zu erkennen

Falls ISON der Sonnenhitze trotzt, wird er vor dem 28. November am Morgenhimmel, danach am abendlichen Firmament stehen. "Ab Mitte November könnte er erstmals ohne optische Hilfsmittel zu erkennen sein", sagt Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn.

Auch wenn Astronomen und Hobby-Sterngucker in diesen Tagen dem Auftritt des Weihnachts-Kometen hoffnungsfroh entgegenfiebern - nicht immer sahen die Menschen im Auftauchen eines Schweifsterns nur ein prächtiges Naturschauspiel. Jahrhundertelang galten Kometen als Unglücksboten, die Hungersnöte, Krieg und Seuchen ankündigen.

Zu den alten Mythen gesellt sich eine zwar sehr unwahrscheinliche, aber dennoch reale Gefahr: Der Einschlag eines Kometen auf der Erde würde tatsächlich eine globale Katastrophe auslösen. Von ISON hingegen droht unserem Planeten laut den Bahnberechnungen der Astronomen kein Ungemach. Wenn der Komet am Zweiten Weihnachtstag der Erde am nächsten kommt, wird er immer noch einen respektvollen Abstand von mehr als 60 Millionen Kilometern einhalten.

Während seiner Stippvisite im inneren Sonnensystem werden die Wissenschaftler viele Teleskope auf ISON richten. Um mehr über die schmutzigen Schneebälle zu erfahren, wurden auch bereits eine Reihe von Forschungsmissionen zu Kometen unternommen. Eine der spektakulärsten starteten die Europäer 2004, als sie die Sonde "Rosetta" auf eine zehnjährige Reise zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko schickten. Dort soll sie im nächsten Jahr ein Landegerät mit dem Namen "Philae" absetzen - zu einem "Ritt auf dem Kometen".

AFP

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

Wenn in Werner Walters Ufo-Zentrale in Mannheim das Telefon klingelt, kann er manche Himmelsphänomene ganz einfach erklären. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl. © dpa
HALE-BOPP: Er schrieb Geschichte: Hale-Bopp war für mehrere Jahrzehnte einer der hellsten und meist beobachtesten Kometen. Erstmals wurde er am 23. Juli 1995 unabhängig voneinander von Alan Hale und Thomas Bopp in den USA entdeckt. Kometen sind Schweifsterne, die die Sonne auf Bahnen umlaufen und zum Großteil aus kleinen, locker verbundenen Staub- und Mineralienteilchen sowie Eis bestehen. © dpa
Sie können einen Durchmesser bis zu 100 Kilometern haben. Wenn der Komet ins Sonnensystem dringt, entreißt ihm der Sonnenwind Gaspartikel, und der Schweif ensteht. © dpa
POLARLICHTER: Polarlichter sind rote, grüne oder blaue schweifhafte, größflächige Lichterscheinungen, die im Bereich der Pole fast täglich vorkommen. Sie entstehen, wenn Elektronen oder andere geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und schließlich als ein Strom in Spiralen entlang auf die Erde treffen. © dpa
Mark Vornhusen von Meteomedia: „Für gewöhnlich werden sie durch das Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Wenn aber etwa alle 11 Jahre die Sonne ihre stärkste Aktivität hat, gerät das Magnetfeld durcheinander, und die Polarlichter können auch bei uns erscheinen – das ist übrigens in ein, zwei Jahren wieder der Fall.“ © dpa
GLÜHENDE HIMMELSSPINNE: Von der spektakulärsten UFO-Sichtung hat im November 2009 eine Lufthansa-Crew auf der Strecke zwischen Norwegen und Grönland berichtet. Ufologe Walter klärte damals auf, dass in ihrer Sichtweite der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet war. © dpa
Eispartikel im Raketenschweif und die nur sehr niedrige Umlaufbahn von 195 Kilometern sorgten unter spezieller Beleuchtung für diese glühende Himmelsspinne. © dpa
VENUS: Ein leuchtendes rundes Objekt, das für einen Stern viel zu hell leuchtet! Wenn Augenzeugen dieses Phänomen beobachten, sei es oft die Venus, erklärt Wetterexperte Marc Vornhusen: „Ist sie nahe an der Sonne, sieht man sie nicht. In den Abend- oder ganz frühen Morgenstunden aber kann man sie hell leuchtend tief am West- beziehungsweise Ost-Horizont sehen.“ © dpa
Dieses Foto zeigt einen über Singapur © dpa
DIE ISS: Die Internationale Raumstation kreist in 350 Kilometern Höhe alle 90 Minuten um die Erde. © dpa
Wenn die ISS unsere Breiten überfliegt, erscheint laut Ufologe Werner Walter ein gelbliches Licht „etwas größer als ein Scheinwerfer“, das minutenlang von Westen nach Osten zieht. © dpa
DIE HALOS: Ein Halo (vom griechischen „Halo“ für „Mond“ oder „Sonne“) ist ein Lichteffekt, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen in Cirrus-Wolken, an fallenden Schneekristallen oder im Eisnebel entsteht. © dpa
Der Effekt kann laut Vornhusen bis zu 30 unterschiedliche Formen haben. © dpa
„Je nach Form der Kristalle, nach dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft und nach der Windstärke entstehen am Himmels weißliche oder farbige Kreise, Bögen, Säulen oder Flecken.“ © dpa

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