Statistiken geben Entwarnung

Spinnen versetzen viele Briten in Angst - Frau verlor nach Biss angeblich Finger

London. Riesige Spinnen versetzen momentan die britische Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die Medien heizen die Angst mit Berichten über Verletzte an. Unangenehm sind die triebgesteuerten Tiere schon. Aber mit Wespen, Bienen und Pitbulls können sie es bei der Gefährlichkeit nicht aufnehmen.

Haarig mit grünen Kieferklauen und natürlich riesig – so lautet der jüngste Fund. Die Rede ist von einer Spinne der Art Segestria florentina, der Echten Webspinne, die sich angeblich im Garten von Darren Driscoll in Plymouth eingenistet hat. Die Weibchen können immerhin eine Körperlänge von 22 Millimetern haben. Auch, wenn ein Biss dieser Spinne nicht zum Tode führen kann, ein bisschen mulmig sei ihm schon mit dem achtbeinigen Monster im Garten, erzählte Driscoll dem englischen Boulevardblatt „Mirror“.

Seit Wochen überbieten sich die britischen Boulevardblätter mit Schauergeschichten über achtbeinige Geschöpfe, welche die Häuser auf den Inseln bevölkern. Denn Herbstzeit ist Spinnenzeit. Da krabbeln die Tiere in die Häuser, um sich zu paaren. Dabei sind die heimischen britischen Spinnen eigentlich gar nicht gefährlich. Die Hausspinne oder den Weberknecht, überall  auf den Inseln verbreitet, sind harmlos. Die Segestria florentina hingegen hielt sich bis in die 80er Jahre vor allem an der Südküste Englands auf, sie liebt das milde Seeklima. Inzwischen bewegt sie sich gen Norden. Sie ernährt sich von Bienen oder Kakerlaken und hat einen Biss, der unangenehm sein soll.

Britische Medien haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema in dieser Saison etwas aufzubauschen und ihre Landsleute in Zeiten einer möglichen Spinneninvasion über alle Spinnenarten aufzuklären und das Problem von allen Seiten zu betrachten: „Woher weiß ich, dass eine Spinne in meinem Garten giftig ist?“, fragt der „Mirror“ und gibt auch gleich die Antwort, die denkbar simpel ist: Eigentlich keine, aber die achtäugigen Monster sehen eben nicht so niedlich aus wie die Katze von nebenan. Sie sehen sogar befremdlicher aus als der Pitbull der Nachbarn, dessen Biss sicherlich gefährlicher ist als der einer Falschen Witwe.

Die Spinne mit dem dunkelbraunen sieben bis zehn Millimeter großen Körper und der totenkopfähnlichen Zeichnung auf dem Rücken soll die irische Friseurin Andrea Wallace zumindest einen Finger gekostet haben, berichtet die „Daily Mail“. Sechs Wochen musste sie laut dem Boulevardblatt im Krankenhaus bleiben, während die Ärzte darum kämpften, das Gift aus ihrem Körper zu bekommen. Die Falsche Witwe, eine Schwester der Schwarzen Witwe, hat sich in den vergangenen Jahren extrem vermehrt auf den Inseln. Millionen sollen es inzwischen sein, glaubt man der zu Übertreibungen neigenden „Daily Mail“.

Fairerweise hat die Redaktion der „Daily Mail“ aber darauf hingewiesen, dass an einem Biß der Falschen Witwe noch niemand gestorben sei, obwohl sie seit 1870 auf den Britischen Inseln lebt. Bei Wespen und Bienen sieht das schon anders aus: Jedes Jahr sterben etwa vier Briten an den Folgen eines Bienen- oder Wespenstichs. 

Sollte die Falsche Witwe denn auch nicht genug Angst machen, so hat der irische Ableger des „Mirrors“ schon eine neue Horrorspinne gefunden: Die eigentlich in Australien heimische Rotrückenspinne soll einen fünffachen Familienvater in Irland gebissen und damit getötet haben. Auch im englischen Lancashire sollen schon Exemplare gefunden worden sein. Die gute Nachricht: Seit der Aufzeichnung von Bißunfällen der Rotrückenspinne sind nur 13 Menschen an den Folgen gestorben. Die geschätzte Anzahl von Bissen bewegt sich zwischen 5000 und 10.000 pro Jahr - in Australien. (yeu)

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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