Deutscher darf Klinik verlassen

Eisbär greift Crew-Mitglied an und wird erschossen

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Ein erschossener Eisbär liegt an der Küste. Der Polarbär hat auf Spitzbergen ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" angegriffen. Das Tier habe den Eisbärenwächter am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. Andere Wächter hätten den Eisbären "aus Gründen der Notwehr" erschossen.

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes „Bremen“ angegriffen. Wenig später war das Tier tot. 

Stockholm/Hamburg - Nach dem Eisbären-Angriff auf Spitzbergen darf ein verletztes deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes „Bremen“ das Krankenhaus wieder verlassen. Dies teilte das Krankenhaus im norwegischen Tromsø am Montag mit.

Der sogenannte Eisbärenwächter war am Samstag nach Angaben des Veranstalters Hapag-Lloyd Cruises mit Kollegen - aber ohne Touristen - auf dem zu Norwegen gehörenden Arktis-Archipel Svalbard an Land gegangen. Ein Eisbär hatte den Mann am Kopf verletzt, die anderen Wächter erschossen demnach das Tier aus Notwehr.

Wollten Eisbär mit Signalpistole vertreiben

Der Polizei in Svalbard zufolge bereiteten das 42 Jahre alte Opfer und die elf anderen Crew-Mitglieder einen Ausflug der Passagiere vor. Die Crew hatte ursprünglich versucht, den Bären durch Schreie und das Abfeuern einer Signalpistole zu vertreiben, sagte Polizeichef Ole Jakob Malmo. Der erschossene Bär solle in Longyearbyen obduziert werden, der größten Siedlung auf dem Archipel, gebracht worden.

Gibt es häufig Eisbärattacken?

Die Behörden der Region warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht. Im Jahr 2015 verletzte ein Polarbär einen Tschechen, der dort eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollte. Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären geschah 2011, als ein britischer Student ums Leben kam.

Die jeweils vier bis fünf Eisbärenwächter an Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises sollen dafür sorgen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen könnten, sagte Etminan. Sie seien speziell ausgebildet und bewaffnet. Der Vorfall vom Samstag sei geschehen, als die Wächter eine Landstation zur Absicherung eines Landgangs einrichten wollten. Die Passagiere würden Eisbären aber nicht von Land sondern von Bord des Schiffes beobachten.

„Wo Eisbären die Wildnis regieren“

Der Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises wirbt für die Reisen nach Longyearbyen mit dem Versprechen, die Passagiere könnten dort „Arktis pur“ erleben. „Wo Eisbären die Wildnis regieren“, heißt es auf der Webseite, „bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage“. Eine zehntägige Reise mit der „Bremen“, die 160 Passagiere mitnehmen kann, kostet mindestens 5810 Euro.

Tierfreunde empören sich auf Twitter über den Vorfall

Dass der Eisbär sterben musste, ist tragisch. Tierfreunde fragen sich, was Kreuzfahrt-Touristen überhaupt bei den Bären in Norwegen zu suchen haben.

„Wer gehört auf Spitzbergen nicht hin? Die Kreuzfahrtschiffe oder die Eisbären?“, fragt ein User auf Twitter.

Ein anderer Nutzer schreibt: „Ihr fahrt in das Gebiet eines Eisbären und wundert euch dass er sein Revier verteidigt. Lasst die armen Tiere in ruhe. Den Bären zu erschießen ist so armselig.

Höchst seltener Angriff endet im Drama - Mensch und Tier getötet

Der Angriff eines Eisbären hat für einen 31-Jährigen in Kanada ein tödliches Ende genommen. Wenig später war auch das Tier tot.

dpa/ml

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