Sprechstunde: Papageien ohne Federn, taube und aggressive Hunde

Papageien: Mancher rupft sich auch schon mal die Federn aus. Foto: nh

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, fühlt sich auch der Mensch nicht wohl. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Mein Papagei rupft sich die Federn aus, woran liegt das?“, will Jan K. aus Ziegenhain wissen.

Die Tierärztin: Sind im Untergefieder keine Federlinge, die Läuse der Vögel, zu erkennen, handelt es sich meistens beim Federrupfen um eine Untugend, die bei Papageienvögeln weit verbreitet ist. Nicht nur fehlt dann das Gefieder bevorzugt an Brust und Bauch, das Rupfen kann auch Infektionen der aufgebissenen Stellen verursachen oder sogar zur Selbstzerstörung ausarten.

Änderung der Umgebung, Mangelernährung, Verletzungen, Verfettung oder ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut können das Federrupfen auslösen. Die Untugend wird bald zur hartnäckigen Gewohnheit, so dass auch bei Beseitigung der Ursache kaum eine Besserung eintritt.

Durch abwechslungsreiche Gestaltung des Geheges, Gelegenheit zum Freiflug, optimierter Fütterung oder durch Zusetzen eines Partners kann es zur Ausheilung kommen. Das Anlegen eines Halskragens kann vorübergehend helfen

„Unser 13 Jahre alter Hund hat in kurzer Zeit seine Hörfähigkeit verloren. Gibt es Tipps zum Umgang mit gehörlosen Hunden und operative Möglichkeiten, einen Teil der Hörfähigkeit wieder zu aktivieren?“, fragt Jutta C.

Die Tierärztin: Bei altersbedingtem Hörverlust machen operative Methoden keinen Sinn, da die Ursache für die abnehmende Hörleistung hierbei in der Regel eine schlechtere Durchblutung ist. Hier setzen auch Therapieversuche mit durchblutungssteigernden Medikamenten an. Der Umgang mit dem gehörlosen Hund funktioniert am besten über eine deutliche Zeichensprache, auch Vibrationshalsbänder können nützlich sein.

Beim Gassi-Gehen sorgt eine lange Leine für Bewegungsfreiheit. Für den Hund ist der Verlust von Hör- oder Sehsinn nicht so problematisch, da Hunde sich viel über den Geruchsinn orientieren.

„Unser Rüde ist sehr aggressiv gegenüber anderen Rüden. Ein Hormonchip brachte keine Änderung. Würde eine Kastration helfen?, wollen Ralf und Elke L. wissen.

Die Tierärztin: Bei der chemischen Kastration wird für eine begrenzte Zeit die Testosteron-Ausschüttung unterdrückt. Hat der Hormonchip keine oder kaum Veränderung des Verhaltens bewirkt, wird auch eine chirurgische Entfernung der Hoden nicht helfen, die Aggressionen abzubauen.

Bei Verhaltensproblemen scheint der Erfolg der Kastration auch vom Alter des Tieres abzuhängen, denn sie beeinflusst das erlernte Verhalten nicht. Man kann mit einer Therapie versuchen, das unerwünschte Verhalten zu ersetzen. Dazu werden anfangs aggressionsauslösende Faktoren wie fremde Rüden strikt gemieden und ein Gehorsamstraining mit Belohnung und Besitzerkontrolle absolviert. Das bietet dem Hund mehr emotionale Stabilität.

Ist der Hund unter Kontrolle, sitzt er auf Kommando und konzentriert sich auf den Besitzer, bis er belohnt wird. Bei der Übung kann man langsam den Abstand zu anderen Rüden verringern. Ziel ist, dass sich der Hund beim Anblick fremder Rüden dem Besitzer zuwendet, um seine Belohnung in Form von Zuwendung, Spielzeug oder Futter zu erhalten. Wichtig ist es, den Hund nicht durch beruhigende Worte in seinem unerwünschten Verhalten zu bestärken, auch Strafe verschlimmert eher die Situation.

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