Sprechstunde: Säugende Stuten, kranke Schlangen und Grasmilben

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So schnell wie möglich sollte das Fohlen gesäugt werden: Friesenstute Vintje aus Malsfeld-Ostheim hilft ihrem Fohlen Jurre, zwölf Stunden alt.

Das Wohlbefinden ihrer Haus- und Hoftiere ist für viele Menschen von großer Bedeutung. Sie finden Rat und Hilfe in unserer Tiersprechstunde mit Tierärztin Bettina Mangold.

Wie wirkt sich beim Rüden eine Kastration auf das Verhalten aus? Das wollte Leserin Irmtraud Schweppe-Müller wissen.

Die Tierärztin: Verhaltensprobleme bei Rüden wie Aufreiten auf Menschen, Tieren oder Gegenständen (Hypersexualität), Streunen, Aggression oder unerwünschtes Markieren können hormonelle Ursachen haben. Der Erfolg einer Kastration hängt vor allem vom Alter des Hundes zum Zeitpunkt der Operation ab, denn erlerntes Verhalten wird durch die Kastration nicht beeinflusst.

Nicht immer aber hilft eine Entfernung der Hoden: Eine Studie zeigte, dass aggressives Verhalten gegenüber anderen Rüden bei 57 Prozent und gegenüber fremden Personen bei 22 Prozent der aus diesem Grund kastrierten Rüden abnahm. Mehr als die Hälfte der Rüden markieren nach dem Eingriff nicht mehr in der Wohnung und streunen nicht mehr wegen läufiger Hündinnen in der Nachbarschaft.

Um herauszufinden, ob die Verhaltensprobleme hormonell begründet sind oder durch Erziehung in den Griff bekommen ließen, eignet sich eine Hormonbehandlung, die den Rüden vorübergehend chemisch kastriert. Mit Medikamenten wird für einige Monate die Ausschüttung des männlichen Sexualhormons Testosteron unterdrückt. Bei beiden Kastrationsmethoden können unerwünschte Begleiterscheinungen wie Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, verringerte körperliche Aktivität und Fellveränderungen auftreten.

Unsere neunjährige kastrierte Katze markiert wie ein Kater, was kann man dagegen tun?

Die Tierärztin: Markierverhalten kann auch bei der weiblichen Katze vorkommen und wird wie beim Kater zum Abstecken des Reviers eingesetzt. Häufig ist es zu beobachten, wenn viele Katzen auf engem Raum zusammenleben.

Hilfreich können Sprays sein, die auf Pheromonbasis wirken und welche die Katze nicht dazu anregen, diesen Geruch mit einer Markierung zu überdecken.

Das Absondern von Flüssigkeit an Möbeln, Tapeten und anderen Orten könnte aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der unteren Harnwege sein, beispielsweise Blasenentzündungen oder Harngrieß, der die Harnwege verletzen kann. Der Harnabsatz ist in diesen Fällen schmerzhaft und die Katze verweigert die Benutzung der Katzentoilette.

Weitere medizinische Gründe können Stoffwechselerkrankungen oder neurologische Erkrankungen sein, daher sollte das Markieren der Katze beim Tierarzt abgeklärt werden.

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