Sprechstunde: Tierärztin über Kriebelmücken, Flohkot und trinkfaule Kaninchen

Fröhliche Jagd: die Mutterstute und ihr Fohlen. Mücken können schmerzhafte Schwellungen am Euter verursachen. Foto: Archiv

Geht es dem Haus- oder Nutztier nicht gut, dann, fühlt sich auch der Mensch nicht wohl. Die Fragen unserer Leser zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Meine beiden Zwerghasen trinken kein Wasser, nehmen aber täglich viel frisches Grün, Möhren, Kohlrabi, Melone, Tomate und geschälte Gurke, Sellerie und Möhrenkraut zu sich. Außerdem leckt einer dem andern das Fell ab. Ist das normal?“ fragte eine Leserin.

Die Tierärztin: Generell wissen die Tiere, wieviel Wasser sie brauchen. Der Bedarf sinkt bei viel wasserhaltiger Grünfütterung. Trotzdem muss immer Wasser angeboten werden. Manche Kaninchen trinken lieber aus einer Trinkflasche als aus einem Napf.

Generell sollten Kaninchen etwa 80 Prozent qualitativ gutes Heu bekommen, etwa 19 Prozent Grünfutter, Obst und Gemüse und nur ein Prozent Körner, um Verdauungsstörungen vorzubeugen. Zu wenig Rohfaser in Form von Heu in der Ernährung kann der Auslöser für das Felllecken sein. Auch Langeweile kann diese Untugend bedingen, in diesem Fall könnte man für mehr Auslauf und Anreize sorgen, beispielsweise, indem man die Kaninchen das Futter auf an verschiedenen Plätzen finden lässt, unterschiedliche Ebenen in den Stall baut, Möglichkeiten zum Graben und Obstholzstöckchen anbietet.

„Mein 15 Jahre alter Kater fing vor einer Woche an zu „krümeln“, überall, wo er saß, liegen weiße und schwarze Krümelchen. Was könnte die Ursache sein?“ wollte Andrea H. wissen. Die Tierärztin: Das „Krümeln“ könnten Hautschuppen sein, schwarze Krümel könnten auch Flohkot sein. Als Test kann man die schwarzen Krümel auf ein feuchtes weißes Papiertaschentuch oder Küchenkrepptuch legen. Flohkot löst sich in Wasser und färbt das Papier rötlich-bräunlich. Ein Flohbefall würde auch die vermehrten Hautschuppen erklären, die sich durch Kratzen in Folge von Juckreiz lösen. Schuppige Haut kann aber auch durch Allergien, Stoffwechselerkrankungen, Alter und Ernährungsfehler bedingt sein.

„Bei meiner Stute ist manchmal abends, wenn ich sie von der Weide in den Stall hole, das Euter stark geschwollen. Woran könnte das liegen?“ wollte Janina K. wissen.

Die Tierärztin: Wasseransammlungen im Unterhautgewebe am Euter können besonders im Frühjahr und im Herbst von Kriebelmücken verursacht werden. Die bis zwei bis vier Millimeter großen Mücken leben in der Nähe von Fließgewässern und sind hauptsächlich in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv.

Bevorzugte Stichstellen der Kriebelmücken sind Schenkel-innenflächen, Euter, Hodensack sowie die Umgebung von Maul, Nase und After bei Weidetieren. Ihr Stich ist schmerzhaft und giftig. Das Gift hemmt örtlich die Blutgerinnung, was typische Blutergüsse an der Einstichstelle zur Folge hat. Aus den nadelstichartigen Blutungen entstehen kleine Knötchen. Bei starkem Kriebelmücken-Befall können Allgemeinstörungen mit Fieber, Mattigkeit, Schwanken, Pulsbeschleunigung und -schwäche sowie hohe Atemfrequenz auftreten. In Extremfällen kann das Tier innerhalb weniger Stunden sterben. Vor dem Weidegang in betroffenen Gebieten muss deshalb Pferden und Rindern Mückenschutzmittel auf Fell und Haut aufgetragen werden.

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