Sprechstunde: Über Pferdebauchweh und Reisen mit Tieren

Das Wohlbefinden ihrer Haus- und Hoftiere ist für viele Menschen von großer Bedeutung. Sie finden Rat und Hilfe in unserer Tiersprechstunde mit Tierärztin Bettina Mangold.

„Warum bekommen so viele Pferde Koliken im Frühjahr, wenn die Weidezeit beginnt, und woran kann man eine Kolik erkennen?“ Das wollten einige Leser wissen.

Die Tierärztin: Kolik ist ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen unterschiedlicher Ursache beim Pferd. Je nach Stärke der Schmerzen zeigt das Pferd verschiedene typische Verhaltensweisen: Es frisst nicht, scharrt mit den Hufen, schaut häufig zum Bauch, wälzt sich, legt sich häufig hin und steht wieder auf, tritt sich unter den Bauch und schwitzt. Da Pferde meist nicht alle Symptome zeigen, sollte zur Abklärung der Ursache immer ein Tierarzt hinzugezogen werden. Eine Kolik ist immer ein Notfall und kann unbehandelt durch Kreislaufversagen tödlich enden. Pferde haben einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt und reagieren auf Stress, Futterumstellung oder Wetterwechsel häufig mit einer Kolik. Auch Vorschädigung des Darmes durch Wurmbefall, Magengeschwüre oder Sandaufnahme zählen zu den Ursachen. Aufgrund der Besonderheiten des Pferdedarmes kann es sehr leicht zu Darmfunktionsstörungen und in deren Folge zu Aufgasung, Verstopfung, Darmverlagerungen, Drehungen und Einklemmung des Darmes kommen. Vorbeugend sollten Futterumstellungen, dazu gehört auch der Beginn des Weideganges im Frühjahr, nur allmählich erfolgen, sodass der Magen-Darm-Trakt des Pferdes Zeit für die Umstellung hat.

Leserin Uschi Sch. fragt nach den Möglichkeiten der Zahnpflege beim Hund, um Zahnstein zu vermeiden.

Die Tierärztin: Die Bildung von Zahnstein wird durch Hartfutter deutlich vermindert. Es gibt spezielle Futtersorten, die beim Kauen für mehr Abrieb an den Zähnen sorgen. Auch Kauknochen, Schweineohren oder Ochsenziemer reduzieren Zahnbelag. Beim jungen Hund kann man eine regelmäßige Zahnreinigung beginnen mit spezieller Hundezahnbürste und Hundezahnpasta. Die Zahnpasten haben Hühnchen- oder Rindgeschmack und entfernen über enthaltene Schleifkörper beginnenden Zahnstein. Auch eine feuchte Mullbinde um den Finger gewickelt mit etwas Schlämmkreide kann zum Zähneputzen benutzt werden. Starker Zahnbelag sollte beim Tierarzt entfernt werden.

„Brauche ich für mein Haustier einen Reisepass für die Urlaubsfahrt?“, fragte eine Leserin aus Alheim.

Die Tierärztin: Tierhalter, die mit Hund oder Katze in den Urlaub fahren möchten, sollten sich frühzeitig über die Reisebestimmungen des Urlaubslandes informieren, damit für eventuell nötige Impfungen oder Blutuntersuchungen noch Zeit bleibt.

Einheitliche Bestimmungen gelten bei Reisen innerhalb der EU: Für Hunde, Katzen und Frettchen muss ein vom Tierarzt ausgestellter EU-Heimtierpass mitgenommen werden, in dem die gültige Tollwutimpfung sowie die erforderliche Kennzeichnung des Tieres mit Mikrochip eingetragen sind. Bei Reisen nach Irland, Schweden, Malta und England wird ein Bluttest zum Nachweis eines ausreichenden Tollwutimpfschutzes verlangt. Für die Reise mit Tieren in Länder außerhalb der EU muss der Tierhalter bei der Rückreise einen Bluttest nachweisen können, aus dem ersichtlich ist, dass das Tier einen ausreichenden Tollwut-Impfschutz hatte.

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