Sprechstunde: Wenn der Welpe nicht frisst

Fragen, Probleme, Geschichten rund ums Tier: Bei Tierärztin Bettina Mangold meldeten sich als Reaktion auf die erste „Tierisch gesund“-Seite viele Tierfreunde und -halter.

Sandra S. aus Kassel wollte wissen: „Wie oft und womit füttert man Welpen am besten?“

Die Tierärztin: Wenn ein Welpe in sein neues Zuhause umzieht, bedeutet das für den kleinen Hund eine große Umstellung, auch was die Ernährung angeht, denn spätestens jetzt gibt es keine Muttermilch mehr. Welpen von drei bis neun Monaten sollten zwei Mal täglich mit einem speziellen Welpenfutter gefüttert werden. Zwergrassen können einmal mehr gefüttert werden im ersten halben Jahr, danach zwei Mal täglich, bis sie ein Jahr alt sind, bei Riesenrassen wird die zweimalige Fütterung bis 18 Monate empfohlen.

Bei jeder Mahlzeit darf der Welpe 20 Minuten lang soviel Futter aufnehmen, wie er möchte. Danach wird das Futter weggenommen, um eine Überfütterung zu vermeiden. Voraussetzung ist ein Futter, das dem Welpen schmeckt. Im Lauf der Zeit wird der Welpe lernen, in der festgelegten Zeit sein Futter aufzunehmen. Es ist nicht nötig, zur Abwechslung verschiedene Futtersorten anzubieten, die meisten Tiere ziehen vor, woran sie gewöhnt sind. Im Gegenteil: Eine Änderung der Ernährung bereitet oft Probleme, ein plötzlicher Futterwechsel kann Erbrechen und Durchfall auslösen. Welpenfutter sollte einen Eiweißgehalt von mindestens 29 Prozent haben, um ausreichend Nährstoffe für das Wachstum zur Verfügung zu stellen.

Dem ausgewachsenen Hund reichen etwa 18 Prozent Eiweißanteil im Futter. Die Qualität des Futters ist nicht abhängig von seiner Zubereitungsform, ob Dosenfutter, halbfeuchtes Futter oder Trockenfutter. Für den genauen Vergleich sollte man die Herstellerangaben beachten.

Simone N. fragte: „Welche Tipps gibt es für die Fellpflege zu Beispiel einer Norwegischen Waldkatze mit ihrem langen Haar?“

Die Tierärztin: Bei der Norwegischen Waldkatze besteht das Fell aus zwei Lagen, dem längeren Deckhaar und der kürzeren Unterwolle. Besonders während des Fellwechsels kommt es vermehrt zu ausfallenden Haaren, die hängen bleiben und verfilzen können. Daher ist in dieser Zeit tägliches Kämmen erforderlich. Am sinnvollsten beginnt man mit der täglichen Fellpflege bei kleinen Katzen, bevor es durch das längere Fell nötig wird. So wird die Pflege zum gewohnten Ritual, das hinterher am besten mit einem Leckerli belohnt wird.

Verfilzen die Haare trotz regelmäßiger Pflege, kann man versuchen, kleinere Fellknoten mit den Fingern vorsichtig auseinander zu ziehen und auszuzupfen bei gleichzeitigem Gegenhalten der Haut. Entfilzungskämme können Abhilfe schaffen. Die Entfernung mit der Schere ist nicht empfehlenswert, da das Verletzungsrisiko groß ist. Werden verfilzte Stellen nicht entfernt, können sich großflächige Fellknoten entwickeln. Durch massive Verfilzungen kann sich die Katze irgendwann nicht mehr bewegen, ohne dass es ziept und juckt. Sie kann sich an diesen Stellen nicht mehr putzen, das verfilzte Fell bietet Parasiten wie Flöhen und Milben ein Zuhause. Verfilzen die Haare im Analbereich und verkleben mit Kot, kann die Katze schlimmstenfalls keinen Kot mehr absetzen. Stark verfilzte Katzen können unter leichter Narkose geschoren werden.

Tipp: Haarbürsten sind für langhaarige Katzen oft nicht ausreichend, um die lose Unterwolle vollständig zu entfernen, das Fell verfilzt trotzdem. Besser eignen sich spezielle Kämme, beispielsweise aus Metall mit abgerundeten, unterschiedlich langen Zinken.

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