Sprengstoffanschlag auf deutsche Bäckerei in Indien - acht Tote

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Die Explosion in der deutschen Bäckerei forderte acht Tote.

New Delhi - Mindestens acht Menschen sind bei einer Explosion im Szene-Café "German Bakery" in der westindischen Aussteiger-Hochburg Pune getötet worden.

Unter den Toten sei auch ein Ausländer, teilten die Behörden in Pune (früher Poona) mit, ohne die Nationalität zu nennen. Auch unter den 33 Verletzten sei ein Ausländer. Alle weiteren Opfer seien Inder. Der Sprengsatz war nach ersten Erkenntnissen gezündet worden, als ein Bediensteter des Lokals eine herrenlose Tasche öffnen wollte. Augenzeugen zufolge riss der Sprengsatz ein riesiges Loch in die Außenwand des Gebäudes.

Nach Angaben des Staatssekretärs im indischen Innenministerium, PK Pillai, handelt es sich offensichtlich um einen Terroranschlag. Ähnlich hatte sich zuvor ein Polizeisprecher in Pune geäußert. Die "German Bakery" gibt es seit 22 Jahren in der Millionenstadt, 135 Kilometer südöstlich der Finanzmetropole Mumbai gelegen. Sie befindet sich unmittelbar neben dem Ashram Osho, früher Hauptquartier des Sektenführers Bhagwan Shree Rajneesh. Die Bevölkerung von Pune wurde davor gewarnt, sich herrenlosen Gepäckstücken oder anderen verdächtigen Gegenständen zu nähern.

Im Ashram Osho hatte sich in den vergangenen Jahren nach Angaben Pillais mehrfach auch der US-Amerikaner David Headley, ein mutmaßliches Mitglied der islamistischen Terrorgruppe LET aufgehalten. Die in Pakistan verwurzelte LET (Lashkar-e-Taiba) wird von Indien für die Anschläge vom November 2008 in Mumbai (Bombay) verantwortlich gemacht, bei denen 160 Menschen starben.

Seit den 1970er Jahren war die Bhagwan-Sekte in Pune Anlaufpunkt für viele Aussteiger aus dem Westen, speziell aus der deutschen Hippie-Szene. Die Bäckerei war ein beliebter Anlaufpunkt für Menschen mit westlichen Wurzeln. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein jüdisches Gebetshaus.

Die Polizei hat das Areal um die Bäckerei großräumig abgesperrt, hieß es im TV-Sender NDTV. Die Örtlichkeiten wurden von einer Anti-Terror-Einheit der Polizei und von Gerichtsmedizinern untersucht.

dpa

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