Ehec: Warnung für Tomaten, Gurken und Salat aufgehoben

Berlin. Sprossen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache für die schwere EHEC-Epidemie in Deutschland. Das sagte RKI-Präsident Reinhard Burger am Freitag in Berlin.

„Der Ausbruch ist noch nicht vorbei.“ Es gebe weiterhin Neuerkrankungen. Bundesweit sind bisher 29 Menschen nach einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim gestorben.

aktualisiert um 11.25 Uhr

Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, erklärte, dass die verhängte Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate aufgehoben worden ist. Die Warnung der Behörden für Sprossen bleibe dagegen bestehen. Vor allem rohe Sprossen sollten nicht gegessen werden, sagte Hensel.

Burger hält es für möglich, dass die EHEC-Infektionsquelle bereits versiegt ist. Dies stehe aber noch nicht fest. Denkbar sei auch, dass die betroffenen Lebensmittel nur über einen bestimmten Zeitraum mit dem Bakterium in Kontakt gewesen seien. Es gebe noch Klärungsbedarf. (dpa/dapd)

Hintergrund: Sprossen sind oft Quelle von Infektionen

Sprossen sind keimende Samen von Pflanzen. Am bekanntesten sind Sojasprossen, bei denen es sich um die Sprossen der Mungobohne handelt. Die Keimlinge sind reich an Eiweiß und Vitaminen und werden gerne als Rohkost verwendet.

Allerdings sind Sprossen auch immer wieder Grund für lebensmittelbedingte Infektionen, weshalb Gesundheitsbehörden seit langem vor rohem Verzehr warnen. Vor allem bestimmte Risikogruppen - dazu gehören Kinder, Senioren, Schwangere und geschwächte Menschen - sollen Keimlinge nicht roh essen. Denn Sprossen können Träger von Krankmachern wie Salmonellen, Noroviren und eben auch EHEC sein.

In Japan waren Sprossen vor Jahren Grund für einen EHEC-Ausbruch: Nach dem Verzehr von Rettich-Sprossen erkrankten dort nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mehr als 10 000 Menschen. Die Sprossen wurden demnach durch Rinder-Dung auf dem Feld verschmutzt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte bei einer Untersuchung fest, dass sich Keime in fertig verpackten Sprossen innerhalb weniger Tage stark vermehren und „am Ende des Verbrauchsdatums eine überdurchschnittlich hohe Keimbelastung für den Verbraucher darstellen“ können. Viele Menschen ziehen Zuhause Sprossen. Dort lauern mikrobielle Gefahren: Da die Keimlinge aus der Erde gezogen werden, besteht das Risiko, dass sie die Verschmutzung mit der Erde aufnehmen. Wenn möglich sollten Sprossen also durchgekocht werden.

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