400 Kilometer Durchmesser

Spuren eines riesigen Meteoritenkraters entdeckt

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In Lettland sorgte im Jahr 2009 ein bis Dato unbekannter Krater für Aufsehen. (Archivbild)

Canberra - Sensationsfund in Australien: Wissenschaftler haben möglicherweise Spuren eines gigantischen Meteoritenkraters mit einem Durchmesser von rund 400 Kilometern entdeckt.

Der Krater mit einem Durchmesser von rund 400 Kilometern wurde durch einen Einschlag vor hunderten Millionen Jahren gebildet, heißt es in einem am Montag in der europäischen Fachzeitschrift "Tectonophysics" veröffentlichten Artikel. Es wäre der größte jemals entdeckte Meteoritenkrater. Ein Einschlag solchen Ausmaßes könnte nach Ansicht der Wissenschaftler die Theorien über die Erdhistorie über den Haufen werfen.

Der Krater ist auf der Erdoberfläche längst nicht mehr zu sehen, seine Spuren finden sich dem Fachartikel zufolge in der Erdkruste. Auf den Krater wiesen zwei "Narben" hin, die von den Geophysikern um Andrew Glikson von der Australian National University (ANU) entdeckt wurden. Der Meteorit müsse also vor dem Einschlag auseinandergebrochen sein. Beide Teile hätten einen Durchmesser von je zehn Kilometern gehabt. Ihr Einschlag habe seinerzeit vermutlich zahlreiche Arten auf dem Planeten ausgelöscht.

Die Einschlagszone sei von den Wissenschaftlern bei geothermischen Bohrungen in Queensland im Nordosten des Kontinents und sowie in den Northern Territories entdeckt worden. Die Bodenproben hätten Spuren von verglasten Gesteinen zutage gefördert - ein Hinweis auf extreme Temperaturen und extremen Druck durch einen Meteoriteneinschlag.

Ein geomagnetisches Modell der Erdkruste in der Region zeige zwei gewaltige Dome, reich an Eisen und Magnesium, die der Zusammensetzung des Erdmantels entsprächen. Der Erdmantel ist die fast 3000 Kilometer dicke Schicht zwischen Erdkern und -kruste. Letztere sei an der Stelle etwa 30 Kilometer dick.

Exakt datieren konnten die Wissenschaftler den Einschlag nicht. Die den Krater umgebenden Felsen seien zwischen 300 und 600 Millionen Jahre alt.

AFP

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