Staatsanwalt fordert lange Haft für Tugce-Schläger

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Der Angeklagte Sanel M. soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft mehr als drei Jahre in Haft. Foto: Boris Roessler/dpa

Die Entscheidung im Tugce-Prozess rückt näher. Die Sache sei nicht eindeutig "Schwarz-Weiß", doch habe der Angeklagte Sanel M. Schuld auf sich geladen, meint die Staatsanwaltschaft.

Darmstadt (dpa) - Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin Tugce hat die Anklage eine Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert.

Man sehe bei dem Angeklagten Sanel M. eine "erhebliche Schuld" und "schädliche Neigungen", betonte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Darmstadt. Der 18-Jährige soll demnach wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Haft.

Nach den Schlussplädoyers von Anklage und Nebenklage ist klar: Der Fall Tugce erscheint nicht mehr so eindeutig wie noch im November 2014. Es gebe in dem Fall "nicht nur Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Homm. Weder sei Sanel M. ausschließlich ein aggressiver "Koma-Schläger", noch Tugce eine "nationale Heldin" für Zivilcourage. Vielmehr habe es Provokationen und Beleidigungen auf beiden Seiten gegeben.  

Auch nachdem das Gericht rund 60 Zeugen gehört hat, bleiben Homm zufolge "viele Punkte ungeklärt", etwa die Frage, ob Tugce auf der Toilette des Restaurants zwei 13-jährigen Mädchen half, Sanel M. und seine Freunde loszuwerden. Klar ist aus Sicht der Anklage aber: Im Lokal, vor der Tür und später auf dem Parkplatz begann eine "Spirale der Aggression", die in der tödlichen Ohrfeige endete. 

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