Frontmann der Band Sunrise Avenue

Der Star von "The Voice": Samu Haber im Interview

Juror bei „The Voice of Germany“: Samu Haber, Sänger der finnischen Rockband Sunrise Avenue. Foto: pro 7

Er kam, sprach und begeisterte: Samu Haber, Frontmann der Band Sunrise Avenue, sitzt auf dem Jury-Sessel der Castingshow „The Voice of Germany“. Wir haben mit dem Finnen vor dem Halbfinale gesprochen, das Sat.1 am Freitag (20.15 Uhr) zeigt. Der Sieger wird dann am nächsten Freitag gekürt.

Herr Haber, sprechen wir Deutsch oder Englisch?

Samu Haber: Englisch bitte.

Dabei begeistern Sie bei „The Voice“ doch mit Ihrem charmanten Deutsch. Bekommen Sie noch Ihre viel zitierte Hühnerhaut, wenn es um die Sendung geht?

Haber: Klar, zuletzt vor 20 Minuten, als ich die Talente auf der Bühne gehört habe, habe ich Gänsehaut bekommen. Jetzt kenne ich ja das richtige Wort dafür. Die Sprache war die größte Herausforderung in dieser Sendung. Ich konnte zwar sagen: Gut gesungen! Aber um etwas Tiefergehendes auszudrücken, fehlten mir die Worte. In Finnland sagen wir wortwörtlich übersetzt Hühnerhaut. Das kam in dem Moment einfach raus. Jetzt reden viele drüber. Das ist lustig.

Ihre Popularität ist durch die Sendung rasant gestiegen. Sind Ihre Bandkollegen eifersüchtig?

Haber: Ich glaube nicht. All das, was gerade passiert, ist gut für die gesamte Band. Wenn der Frontmann einen guten Job macht, geht es allen gut.

Also wollen die Bandkollegen nicht mit Ihnen tauschen?

Haber: Meinen Job würden sie niemals machen wollen. Musiker wollen nur Musik machen. Auch ich habe erst mal Nein gesagt, als die erste Anfrage kam, Juror zu werden. Diese Aufgabe zählt nicht zu den Aufgaben, die viele Menschen gern machen.

Mit welchen Vorstellungen sind Sie in die Show gegangen?

Haber: Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Arbeit ist. Im letzten halben Jahr gab es sehr viele lange Tage. Aber ich hätte auch nie gedacht, dass die Show so viel Spaß macht: die Talente kennenzulernen und zu sehen, wie sie sich entwickeln, mitzuerleben, wie sie hinter der Bühne leiden, weil sie den Erfolg so sehr wollen. Insgesamt ist „The Voice“ eine großartige Erfahrung, die zu den drei besten Dingen meines Lebens gehört.

Trotz des Stresses? Sie leben in Helsinki, die Sendung wird in Berlin produziert. Wie sieht Ihr Alltag aus?

Haber: Eine typische Woche sieht im Moment so aus: Montags und dienstags proben wir für die Tournee, die im Februar startet. Mittwochs, donnerstags und freitags haben wir in Berlin Proben, Interviews, Gespräche mit den Talenten. Samstags fliege ich nach Hause und versuche, beim Eishockey oder Spazierengehen den Kopf freizubekommen.

Haben Sie je bereut, bei „The Voice“ mitgemacht zu haben?

Haber: In den ersten drei, vier Tagen ja. Ich saß auf dem Jury-Stuhl, jeder hat nur Deutsch geredet, und ich habe nichts verstanden. Aber alle waren sehr hilfsbereit, meine Jury-Kollegen Max, Nena und Boss Hoss ganz besonders. Und irgendwann weißt du, wie der Hase läuft. Jetzt liebe ich es.

Auch deshalb, weil die Sie Talente besser kennenlernen? 

Haber: Je weniger Talente es sind, desto enger wird es. Wir sind wie ein Fußball-Team. Ich bin nur der kleine Typ auf dem Stuhl am Rand, der versucht, gute Tipps zu geben. Aber das Spiel spielen die Talente.

Gibt’s Pläne, einen Song mit einem Kandidaten aufzunehmen?

Haber: Gegen die Idee habe ich nichts einzuwenden. Zwar müssten wir schauen, ob den Kandidaten meine Musik gefällt. Aber wir haben eigentlich von Beginn an eine gute musikalische Verbindung gehabt. Also spräche nichts dagegen.

Haben Sie einen Favoriten?

Haber: Es gibt einige Talente, die gute Siegchancen haben. Andreas Kümmert hat derzeit vielleicht die größte. Aber auch Judith aus meinem Team ist stark. Oder Debbie mit ihren 17 Jahren, sie ist unglaublich talentiert. Die besten acht sind alle sehr gut. Es ist letztlich eine Frage von Glück, dem Moment und wie die entscheidenden Auftritte verlaufen. Möge einfach der Beste gewinnen. Das Tolle an „The Voice“ ist, dass du nicht einmal gewinnen musst. Du kannst auch Zweiter oder Dritter werden und Karriere machen.

Was machen Sie denn nach der letzten Show?

Haber: Ich werde mich betrinken, zwei Tage lang feiern wie ein Tier und dann in Urlaub fahren.

Von Michaela Streuff

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