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Star-„Wahrsager“: Schock-Prognosen für 2017

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Von: Haakon Nogge

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London - Craig Hamilton Parker ist bei Menschen, die an Prophezeiungen glauben, hoch angesehen. Jetzt hat der „Wahrsager“ seine Vorhersagen für 2017 veröffentlicht. Man kann nur hoffen, dass er sich irrt.

Seit er behauptete, mit der verstorbenen Prinzessin Diana gesprochen zu haben, ist Craig Hamilton Parker in die Königsriege der „Wahrsager“ aufgestiegen. Der Mann, der mit einer ganzen Armada von angeblich hellseherisch begabten Mitarbeitern auf seiner Webseite für ein ordentliches Entgelt „spirituelle Lebenshilfe“ anbietet, zeichnet in einem YouTube-Video für 2017 ein düsteres Bild.

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So sehr irrte sich der „Wahrsager“ in der Vergangenheit

Ob Hamilton Parker Recht hat, wird sich zeigen. Wie treffsicher der Mann ist, kann man an seinen Vorhersagen für 2016 sehen. Das Resultat ist ernüchternd.

So sagte er zwar den Wahlsieg von Donald Trump voraus, fügte jedoch hinzu, dass der Milliardär aus Krankheitsgründen sein Amt nicht antreten werde. Als die Kandidaten noch nicht feststanden, hatte er gar Jeb Bush im Oval Office gesehen. Über Trumps geistigen Gesundheitszustand wird allerdings derzeit diskutiert, könnte er doch möglicherweise früher oder später zu einem Amtsenthebungsverfahren führen.

Ebenfalls vorhergesehen hatte Hamilton Parker einen versuchten Mordanschlag auf Angela Merkel. Mit Verweis auf eine Meldung des britischen Boulevard-Blattes The Mirror gibt er sich selber recht. Dem Rest der Welt ist von dem Vorfall allerdings bestenfalls bekannt, dass ein Mann beim Besuch der Kanzlerin in Prag versucht hatte, den Konvoi zu behindern, in dem sie fuhr. Auch einen Giftgas-Anschlag in der U-Bahn gab es 2016 nicht.

Einen von ihm prophezeiten Anschlag auf einen amerikanischen Vergnügungspark verbucht der „Wahrsager“ fälschlicherweise als so gut wie korrekt, und argumentiert, der Attentäter von Orlando habe ja angeblich auch Disneyworld im Visier gehabt.

Bei anderen Vorhersagen lag Hamilton Parker in der Vergangenheit durchaus richtig, allerdings bezogen sich die meist auf Ereignisse, die jedes Jahr passieren (Naturkatastrophen, tote Touristen in Thailand), dass er dafür kaum Lob verdient hat. Dass er die Vorhersage des Terror-Anschlags in Nizza für sich verbucht, ist alles andere als seriös, hatte er doch nur von „vermehrten Anschlägen des IS“ gesprochen. Für Prophezeiungen wie eine Krankheit von Prinz Philip braucht es zudem keine hellseherischen Fähigkeiten - der Mann ist schließlich bereits 95.

Wahrsagen als Schock-Unterhaltung

Mit diesem Hintergrundwissen kann man die Horror-Prognosen des „Wahrsagers“ getrost als das konsumieren, was sie sind: eine Form der Schock-Unterhaltung, die mit den Ängsten leichtgläubiger Leser spielt. 

hn

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