Bewährungsstrafe für stehlende Polizisten

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Die zwei suspendierten Polizeibeamten Andreas N. (l) und Klaus L. (r) sind zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Stendal - Zwei Autobahnpolizisten sind wegen bewaffneten Diebstahls von Waschpulver aus einem verunglückten Lastwagen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht Stendal (Sachsen-Anhalt) verhängte am Dienstag in der inzwischen vierten Prozessrunde eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten. Die 48 und 55 Jahre alten Beamten hatten vor drei Jahren nach einem Unfall mit einem Schwerverletzten auf der Autobahn 9 bei Dessau-Roßlau Waschpulver und andere Reiniger im Wert von 670 Euro gestohlen.

Die zur Hilfe geholten Polizisten hätten sich fast schon wie selbstverständlich an Dingen vergriffen, die ihnen nicht gehört hätten. “Dazu gehört einiges an Unverfrorenheit“, sagte der Vorsitzende Richter. Die Verteidiger hatten eine mildere Strafe verlangt.

Das Landgericht beschäftigte sich bereits in der vierten Runde mit dem Fall. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau hatte beide Beamte wegen Diebstahls mit Waffen zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Daraufhin gingen Angeklagte und Staatsanwaltschaft in Berufung. Die nächste Instanz ging nur noch von einem einfachen Diebstahl aus, das Oberlandesgericht Naumburg ordnete daraufhin eine Neuverhandlung an. Mit dem jetzigen Urteil, das formal die damalige Berufung ablehnte, gilt nun wieder das erste Urteil. Eine neuerliche Revision ist aber möglich und wurde von den Anwälten offen gelassen.

Die Verteidiger erklärten, ihren Mandanten sei bei dem Einsatz auf der Autobahn gar nicht bewusst gewesen, ob sie überhaupt eine Waffe dabei hatten. Diebstahl ohne Waffen hätte deutlich milder bestraft werden können. Aufgeflogen war die Tat durch den Mitarbeiter eines Abschleppunternehmens, der die Polizisten angezeigt hatte. Die Beamten sind vom Dienst suspendiert - erhalten aber weiter mehr als 2000 Euro netto im Monat.

dpa

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