1. Startseite
  2. Welt

Steigende Preise in Supermarkt und Co: Inflation bereitet vielen Verbraucher:innen Sorgen

Erstellt:

Von: Caspar Felix Hoffmann

Kommentare

Ein Ende der hohen Inflation ist nicht in Sicht. Laut einer Umfrage machen sich die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell große Sorgen.

Frankfurt – Ein baldiges Ende der hohen Inflation in Deutschland ist nicht in Sicht. Eine spürbare Entspannung erwarten Volkswirtinnen und Volkswirte derzeit erst im kommenden Frühjahr. Im Oktober kletterte die Jahresinflationsrate auf 10,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte eine erste Schätzung. Es war der stärkste Anstieg seit etwa 70 Jahren.

Einer Umfrage zufolge wollen viele Menschen in diesem Jahr beispielsweise bei Weihnachtsgeschenken sparen. Bei einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov gab Anfang November mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dieses Jahr weniger ausgeben zu wollen oder im Gegensatz zu früher ganz darauf zu verzichten. Für viele Händlerinnen und Händler sind die Wochen vor dem Fest die wichtigsten des Jahres.

Kassenzettel im Supermarkt beim Einkaufen
Laut Befragung der IU Internationalen Hochschule macht sich mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell große Sorgen. © Sven Simon/Imago

Steigende Preise in Supermarkt und Co: Inflation fühlt sich so viel höher an

Zwischen tatsächlicher und empfundener Inflation besteht in Deutschland aber offenbar ein deutlicher Unterschied: Einer Umfrage der IU Internationalen Hochschule (IU) zufolge ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher das tägliche Leben gefühlt um 34,2 Prozent teurer geworden. Bei den Frauen liegt die empfundene Preissteigerung sogar bei 39,3 Prozent (Männer: 29,0 Prozent).

Empfundene Preissteigerung Gesamt34,2 Prozent
Empfundene Preissteigerung bei Frauen39,3 Prozent
Empfundene Preissteigerung bei Männern29,0 Prozent
Tatsächliche Preissteigerung im Oktober10,4 Prozent
Quelle: IU Internationalen Hochschule, Statistisches Bundesamt

Steigende Preise in Supermarkt und Co: Mehrheit sieht bei aktueller Inflation noch kein Ende

Die große Mehrheit sieht bei der aktuellen Inflation auch noch kein Ende, im Gegenteil: 82,4 Prozent der Befragten (Frauen: 85,9 Prozent, Männer: 78,8 Prozent) rechneten damit, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen im Oktober „viel höher“ oder „höher“ liegen als im September. Die steigenden Preise bereiten 91,9 Prozent der Befragten Sorgen, mehr als die Hälfte – 54,6 Prozent – machten sich sogar „große Sorgen“.  

„Wenn ich das Gefühl habe, die Inflation ist hoch, erwarte ich automatisch, dass es noch teurer wird“, erklärt Johannes Treu, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der IU, in einer Pressemitteilung zur Umfrage. In der Folge würden Unternehmen die Preise noch mehr erhöhen und Gewerkschaften höhere Tarife fordern. „Unsere Erwartungshaltung befeuert somit die Preisentwicklung“, erklärt Treu die Wechselwirkung und rät: „Wir müssen unsere Erwartungen senken, damit es nicht zu einem weiteren tatsächlichen Preisanstieg kommt.“ (cas)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion