Heute Naturspektakel der Perseiden

So sehen Sie das Sternschnuppen-Feuerwerk

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Sternschnuppen-Feuerwerk: Heute Abend erreicht das Lichtspektakel der Perseiden seinen Höhepunkt.

München - Sie sind der Hingucker am Nachthimmel: Sternschnuppen. Heute erwartet uns DAS Lichter-Feuerwerk des Jahres. Denn: Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden ist da!

Update vom 10. Juli 2016: In diesem Jahr kündigen Wissenschaftler das Sternschnuppen-Spektakel besonders groß an. Noch mehr Perseiden als je zuvor sollen in der Sternschnuppenacht 2016 zu sehen sein. 

Erst der Supermond am Sonntagabend, jetzt der Sternschnuppen-Regen: Wie jedes Jahr wird der Nachthimmel im August zur Bühne für wahre Lichter-Spektakel. Seit Tagen beobachten Astrologen bereits gespannt den Meteorschwarm der Perseiden, einen der prächtigsten Sternschnuppen-Ströme des gesamten Jahres.

Heute Nacht, vom 12. auf den 13. August 2014, erreicht das Sternschnuppen-Spektakel seinen Höhepunkt - allerdings erst ab etwa zwei Uhr. Himmelgucker müssen also früh raus, um den Sternschnuppen-Regen der Perseiden nicht zu verpassen. Doch das Aufstehen lohnt sich. Dutzenden Sternschnuppen (teilweise sogar 100) pro Stunde zaubern ein kosmisches Feuerwerk an den sommerlichen Nachthimmel. Einen Haken hat das Sternschnuppen-Spektakel aber: Diesmal dürften nur die besonders hellen Sternschnuppen zu sehen sein. Denn ausgerechnet in der Nacht mit den meisten Perseiden-Meteoren stören nicht nur Wolken sondern auch der helle Mond. Fast die gesamte Nacht lang überstrahlt der Mond die lichtschwachen unter den vielen Sternschnuppen.

Mit dem Liegestuhl zum Sternschnuppen-Schauen

Bisher konnten selbst ungeübte Beobachter bis zu zwei Dutzend Perseiden-Meteoren pro Stunde erkennen. "Diesmal werden es deutlich weniger sein", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. "Für Sternschnuppen-Beobachter steht der Mond in diesem Jahr wirklich denkbar ungünstig."

Eine Sternschnuppe leuchtet am Nachthimmel am 11.08.2013 über dem Landkreis Oder-Spree nahe Sieversdorf (Brandenburg) auf.

Dennoch lohnt sich für Astronomie-Fans ein Blick zum Himmel. Für die Beobachtung der Sternschnuppen braucht es nicht einmal eine besondere Ausrüstung: Liegestuhl und eine gute Rundumsicht ohne künstliches Licht sind alles. Ferngläser oder (noch schlechter) Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich - das Blickfeld solcher Instrumente ist viel zu klein, um die flinken Himmelskreuzer einzufangen. Wer den Meteor-Strom fotografieren will, sollte seine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und die Sternschnuppen mit Langzeitbelichtung knipsen.

Sternbild Perseus gibt dem Sternschnuppen-Strom seinen Namen

Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Scheinbar liegt dort der Ausgangspunkt der Perseiden-Meteore, den die Astronomen Radiant nennen. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückgelassen hat.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses Kometen, dringen  oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinung, die wir Sternschnuppe nennen. Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her. Die weitaus meisten Sternschnuppen sind jedoch deutlich lichtschwächer - und in diesem Jahr eben nicht zu sehen.

Im Volksmund heißen die August-Sternschnuppen übrigens "Laurentius-Tränen": Der Heilige Laurentius starb am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod - seither soll es an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

am/AFP

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

Wenn in Werner Walters Ufo-Zentrale in Mannheim das Telefon klingelt, kann er manche Himmelsphänomene ganz einfach erklären. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl. © dpa
HALE-BOPP: Er schrieb Geschichte: Hale-Bopp war für mehrere Jahrzehnte einer der hellsten und meist beobachtesten Kometen. Erstmals wurde er am 23. Juli 1995 unabhängig voneinander von Alan Hale und Thomas Bopp in den USA entdeckt. Kometen sind Schweifsterne, die die Sonne auf Bahnen umlaufen und zum Großteil aus kleinen, locker verbundenen Staub- und Mineralienteilchen sowie Eis bestehen. © dpa
Sie können einen Durchmesser bis zu 100 Kilometern haben. Wenn der Komet ins Sonnensystem dringt, entreißt ihm der Sonnenwind Gaspartikel, und der Schweif ensteht. © dpa
POLARLICHTER: Polarlichter sind rote, grüne oder blaue schweifhafte, größflächige Lichterscheinungen, die im Bereich der Pole fast täglich vorkommen. Sie entstehen, wenn Elektronen oder andere geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und schließlich als ein Strom in Spiralen entlang auf die Erde treffen. © dpa
Mark Vornhusen von Meteomedia: „Für gewöhnlich werden sie durch das Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Wenn aber etwa alle 11 Jahre die Sonne ihre stärkste Aktivität hat, gerät das Magnetfeld durcheinander, und die Polarlichter können auch bei uns erscheinen – das ist übrigens in ein, zwei Jahren wieder der Fall.“ © dpa
GLÜHENDE HIMMELSSPINNE: Von der spektakulärsten UFO-Sichtung hat im November 2009 eine Lufthansa-Crew auf der Strecke zwischen Norwegen und Grönland berichtet. Ufologe Walter klärte damals auf, dass in ihrer Sichtweite der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet war. © dpa
Eispartikel im Raketenschweif und die nur sehr niedrige Umlaufbahn von 195 Kilometern sorgten unter spezieller Beleuchtung für diese glühende Himmelsspinne. © dpa
VENUS: Ein leuchtendes rundes Objekt, das für einen Stern viel zu hell leuchtet! Wenn Augenzeugen dieses Phänomen beobachten, sei es oft die Venus, erklärt Wetterexperte Marc Vornhusen: „Ist sie nahe an der Sonne, sieht man sie nicht. In den Abend- oder ganz frühen Morgenstunden aber kann man sie hell leuchtend tief am West- beziehungsweise Ost-Horizont sehen.“ © dpa
Dieses Foto zeigt einen über Singapur © dpa
DIE ISS: Die Internationale Raumstation kreist in 350 Kilometern Höhe alle 90 Minuten um die Erde. © dpa
Wenn die ISS unsere Breiten überfliegt, erscheint laut Ufologe Werner Walter ein gelbliches Licht „etwas größer als ein Scheinwerfer“, das minutenlang von Westen nach Osten zieht. © dpa
DIE HALOS: Ein Halo (vom griechischen „Halo“ für „Mond“ oder „Sonne“) ist ein Lichteffekt, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen in Cirrus-Wolken, an fallenden Schneekristallen oder im Eisnebel entsteht. © dpa
Der Effekt kann laut Vornhusen bis zu 30 unterschiedliche Formen haben. © dpa
„Je nach Form der Kristalle, nach dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft und nach der Windstärke entstehen am Himmels weißliche oder farbige Kreise, Bögen, Säulen oder Flecken.“ © dpa

 

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