Schallmauer wohl durchbrochen

Baumgartner sicher auf der Erde gelandet

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Felix Baumgarner hat seinen Rekordsprung überlebt und ist um 20:16 MESZ sicher wieder auf der Erde gelandet.

Roswell - Viele haben nicht mehr daran geglaubt, doch jetzt schreibt der Extremspringer Geschichte: Felix Baumgartner hat ersten Anzeichen nach als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen.

Er steigt aus der Kapsel, salutiert und stürzt sich vom Rand des Weltalls in die Tiefe. Felix Baumgartner schreibt am Sonntag mit seinem Rekordsprung aus rund 39 Kilometern Höhe Geschichte. Ersten Anzeichen nach hat der 43-Jährige Österreicher als erster Mensch im freien Fall Schallgeschwindigkeit erreicht.

Offiziell werden dies erst in den nächsten Tagen die Auswertung der Messergebnisse zeigen. Der Jubel des Teams in Roswell im US-Staat New Mexico war dennoch jetzt schon grenzenlos. Auf jeden Fall hat Baumgartner zwei Weltrekorde gebrochen: den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung.

Es sind faszinierende und pathetische Bilder, die Sonntagabend live im Fernsehen und im Internet über Millionen Bildschirme flimmern: Die Erde von oben, der Abenteurer im Astronautenanzug und schließlich der Sprung. Ein Ersatzhandlung für die Generation, die die Mondlandung noch nicht miterlebt hat, beschreibt ein Fernsehmoderator das Spektakel am Sonntag.

Felix Baumgartner gelingt Rekordversuch - Bilder vom Sprung aus dem All

Felix Baumgartner kurz vorm Start bei den letzten Vorbereitungen. © dpa
Nach mehr als fünf Jahren Vorbereitung machte sich der Österreicher am Sonntag auf dem Weg zu seiner Kapsel. © dpa
Der Moment der Wahrheit: Felix Baumgartner stieg um 15.28 Uhr in Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko in die Kapsel. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Bei dem lebensgefährlichen Sprung hat Baumgartner nur einen Druckanzug mit Spezialhelm getragen. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Ein Helikopter kreiste bei den Vorbereitungen über dem Ballon. © dapd
Zehnmal dünner als eine Plastiktüte ist die Außenhaut des Ballons. © dapd
Die Ballon und die Kapsel hatten den kritischen Start gut überstanden. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Letzte Aufnahmen des Ballons von der Erde aus. © dapd
Der Aufstieg dauerte rund zweieinhalb Stunden. © dapd
Neben seinem Druckanzug dient eine Kapsel als einziger Schutz zwischen Sportler und Außenwelt. © dapd
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © dpa
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © AP
Durch den Helm wurde Baumgartner mit 100 Prozent Sauerstoff versorgt und konnte mit seiner Bodenmannschaft kommunizieren. © dpa
Höchste Anspannung herrschte in der Mission Control, wo Joe Kittinger ständig mit seinem Schützling in Kontakt stand. © AP
Bilder aus der Mission Control. © dapd
„Jetzt wird's ernst, Felix“, sagte Baumgarnters Mentor, Joe Kittinger, über Funk, als er mit ihm die Checkliste zur Vorbereitung des Sprungs durchging. © AP
"Jetzt brauchen wir einen Schutzengel für dich", sagte Kittinger. © AP
In einer Höhe von 39 Kilometern öffnete der 43-Jährige die Kapsel und betrat die Plattform. © dpa
Die letzten Worte vor seinem Absprung: "Ich komme jetzt nach Hause". © AP
Dann hob Baumgartner die Hand zum Gruß kurz an den Kopf und stieß sich von der Kapsel ab. © dpa
Er musste in einem perfekten Winkel aus der Kapsel abspringen. © AP
Mit rund 1300 Stundenkilometern raste Baumgartner der Erde entgegen. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Nach 4 Minuten und 18 Sekunden zog Baumgartner seinen Fallschirm - früher als geplant. © dpa
Die Mutter von Felix Baumgartner wartet auf die Landung ihres Sohnes. © AP
Nicht einmal zehn Minuten später ist der 43-Jährige wieder auf der Erde... © dpa
...und geht jubelnd auf die Knie. © dpa
Bei der Landung riss Baumgartner die Arme in Siegerpose in die Höhe. © dpa
Baumgartner stellte neben dem Durchbrechen der Schallmauer zwei weitere Rekorde auf: Er schaffte den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. © AP
Kurz nach seinem Absprung war Baumgartner in das gefährliche Trudeln gekommen, konnte sich dann aber selbst wieder abfangen. © dpa
„Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben“, sagte der Extremsportler später. "Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren." © AP
Riesige Erleichterung bei Baumgartners Famiilie und dem gesamten Team. © AP
„Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen„, sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. © AP
„Wenn man da oben steht, wird man demütig. Du denkst nicht mehr daran, Rekorde zu brechen, du denkst nicht mehr daran, wissenschaftliche Daten zu sammeln“, sagte Baumgartner später. „Du willst nur noch lebend zurückkommen.“ © AP
Baumgartners Team jubelt, als er bei der Mission Control ankommt. © AP
Felix Baumgartner, Joe Kittinger und Mike Todd (l.) jubeln bei der Pressekonferenz nach dem Sprung. © AP
Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein zigfaches übersteigt. © AP
Felix Baumgartner geht mit diesem Sprung zweifellos in die Geschichte ein. © dpa

Bilderbuchstart nach Wetterkapriolen hieß es einige Stunden zuvor: Nachdem der erste Startversuch am Dienstag abgesagt werden musste, kam es auch am Sonntag wetterbedingt zu mehr als drei Stunden Verzögerung. Gegen 17.30 Uhr deutscher Zeit beginnt der fragile Heliumballon die Kapsel in die Luft zu ziehen. Bei strahlendem Sonnenschein verschwindet die Wüste unter Baumgartner immer mehr. Die ersten Kilometer steigt der Extremsportler mit sechs Metern pro Sekunde auf, bis die Luft immer dünner wird und er immer langsamer schwebt.

Währenddessen kann Baumgartners Mutter Eva ihre Tränen nicht mehr zurückhalten und winkt ihrem Sohn zu. „Wir werden deinen Traum und dein Ziel erreichen, Felix“, sagt Joe Kittinger kurz vor dem Start. Ihn hat Baumgartner nun vom Podest gestoßen: Der US-Amerikaner hatte vor mehr als 50 Jahren den bisherigen Weltrekord für den höchsten freien Fall aufgestellt. Als väterlicher Freund und Berater steht er nun Baumgartner zur Seite. Während des Aufstiegs hält er als einziges Teammitglied stets Funkkontakt.

Aus gut 39 Kilometern Höhe stürzt sich der erfahrene Basejumper mit bis zu gut 1100 Kilometern pro Stunde in die Tiefe. Eine falsche Bewegung hätte ihn bei seinem rund fünfeinhalb Minuten langen freien Fall ins Trudeln bringen können und seinen Tod bedeutet. Auch die Ärzte, die am Boden und in einem Helikopter in der Luft stationiert waren, hätten ihm in diesem Fall nicht helfen können.

Doch der Salzburger bewahrt Nerven und verwirklicht sich damit seinen Kindheitstraum. „Ich habe all meine Hausaufgaben gemacht“, sagte Baumgartner, der sich kurz vor dem Start noch mit einem Stück Fleisch und Reis gestärkt hatte.

Es wird nun einige Tage dauern, bis die wissenschaftlichen Auswertungen zeigen, ob Baumgartner die Schallgeschwindigkeit tatsächlich als erster Mensch nur in einem Schutzanzug bezwungen hat. Für den Sponsor Red Bull hat sich die Aktionen aber auf jeden Fall gelohnt: Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche übertragen Dutzende Fernsehsender und Internetportale das Geschehen in Roswell live.

In Sozialen Netzwerk war der Stratosphäre-Sprung stundenlang Topthema. Die kolportierten Kosten von 50 Millionen Euro Kosten für die waghalsige Aktion stehen so kaum in einer Relation zu dem weltweiten Werbewert für den Energydrink-Hersteller.

dpa

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