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Strompreisbremse: Stadtwerken in Deutschland sehen massive Probleme

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Von: Sandra Kathe

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Um ihre Kundschaft zu entlasten, sollen Stadtwerke und kommunale Versorgungsunternehmen eine Strompreisbremse umsetzen. Doch bislang fehlen dazu noch viele Details. (Symbolfoto)
Um ihre Kundschaft zu entlasten, sollen Stadtwerke und kommunale Versorgungsunternehmen eine Strompreisbremse umsetzen. Doch bislang fehlen dazu noch viele Details. (Symbolfoto) © Federico Gambarini/dpa

Das neue Entlastungspaket sieht für Privathaushalte und Kleinunternehmen auch eine Strompreisbremse vor. Doch die, die sie umsetzen sollen, sind überfordert.

Berlin/Frankfurt – Um vor dem Hintergrund steigender Gaspreise private Verbraucherinnen und Verbraucher sowie kleine und mittelgroße Firmen zu entlasten, hat die Bundesregierung eine Strompreisbremse beschlossen. Die soll für Haushalte und Unternehmen bewirken, dass zumindest ein Teil des verbrauchten Stroms zu einem geringeren Kilowattstunden-Preis abgegeben wird.

Finanzieren sollen das die Mehreinnahmen, die durch die Begrenzung der sogenannten „Zufallsgewinne“ zustande kommen. Dabei handelt es sich um den Profit, den Energiefirmen derzeit aufgrund der hohen Gaspreise machen. Hierfür planen EU sowie die Bundesregierung eine Obergrenze einzuführen, um die Krisengewinne einzelner Branchen und Unternehmen zu deckeln und Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten.

Stadtwerke sehen Probleme bei Umsetzung von Strompreisbremse: Konkretisierung der Pläne gefordert

Bei der Umsetzung des Plans kündigen sich jedoch bereits die ersten Probleme an, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Dienstag (6. September) berichtete. Denn die Stadtwerke und kommunalen Energieversorger, die die Strompreisbremse umsetzen sollen, fühlen sich bereits jetzt mit dem Auftrag überfordert und fordern von der Bundesregierung eine „zügige Konkretisierung“ der Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen.

Dazu benötige die Energiebranche nicht nur ausreichend Zeit und Einbindung in die geplanten Prozesse, wie Kerstin Andreae, Chefin des Energieverbands BDEW fordert, sondern im Bestfall auch entsprechende Computerprogramme und eine umfangreiche Datengrundlage, betont der Hauptgeschäftsführer des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, gegenüber der FAZ. Beide weisen darauf hin, dass der Strommarkt ein Massenmarkt ist, bei dem Änderungen „nicht schnell und ohne hohen Aufwand“ machbar seien.

Strompreisbremse als Hilfe nur für Geringverdienende: Stadtwerke schlagen Alarm

Auf Rückfragen habe die Bundesregierung bislang ausweichend reagiert und darauf verwiesen, dass Details des Plans noch geklärt werden müssten. So sei aktuell zum Beispiel noch die Frage offen, ob die Energiepreisbremse ausschließlich Geringverdienenden zugutekommt. Für die Stadtwerke und kommunalen Versorgungsunternehmen wäre dies, wie Liebing der FAZ sagte, ein unüberwindbares Problem, denn Zugriff auf die Einkommensdaten ihrer Kunden hätten die Unternehmen nicht.

Generell hatte sich die Energiewirtschaft laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zunächst positiv zu den Plänen der Bundesregierung geäußert. In einer Stellungnahme des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hieß es aber ebenfalls, es sei wichtig, „dass die Maßnahmen schnell wirken und für die Energieversorgungsunternehmen umsetzbar sind“. Dabei müsse jedoch klar bleiben, „dass das Einsparen von Energie bei Haushalten und bei den Unternehmen weiterhin das Gebot der Stunde sind, damit wir am Ende gut über den Winter kommen.“ (ska mit dpa)

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