Neue Plastikwaffe

Student stellt Bauplan für Pistole ins Netz

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Die Waffe hat nur ein Metall-Teil und ist damit bei Waffenkontrollen kaum zu entdecken.

Berlin - Droht mit dem 3D-Druck auch das Ende effizienter Waffenkontrollen? Ein Student stellte den Bauplan seiner Pistole „Liberator“ am Montag für alle zugänglich ins Internet.

Ein US-Student hat am Montag die Baupläne einer Pistole ins Internet gestellt, die mit handelsüblichen 3D-Druckern hergestellt werden kann. Der Vorstoß heizte die Debatte über ein Verbot solcher Waffen an. Der New Yorker Senator Charles Schumer forderte schnelle rechtliche Schritte. Das einzige Metall-Teil ist der Schlagbolzen, der auf die Patrone trifft. Die Pistole ist damit kaum durch übliche Sicherheitstechnik zu entdecken.

Der 25-jährige texanische Jura-Student Cody Wilson hatte die Waffe mit dem Namen „Liberator“ entwickelt und am Wochenende Journalisten in Aktion vorgeführt.

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Es gehe ihm um Freiheit, sagte Wilson dem britischen Sender BBC. Er verteidigte seine Entscheidung, die Baupläne ins Internet zu stellen: „Ich sehe ein, dass dieses Gerät dafür benutzt werden könnte, Menschen zu schaden - darum geht es - es ist eine Pistole.“ Aber er denke nicht, dass dies ein Grund sei, die Waffe nicht zu entwickeln oder die Baupläne nicht zu veröffentlichen.

Wilson bekam eine Lizenz für Produktion und Verkauf der Waffe von der zuständigen US-Behörde ATF, wie die BBC berichtete. In den USA sei es zugleich grundsätzlich legal, selbst Waffen für den eigenen Gebrauch herzustellen, betonte eine Sprecherin des Amtes für Kontrolle von Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff.

Vor Waffen aus dem 3D-Drucker wird schon seit Jahren gewarnt. Wilson war mit seinem Projekt zuvor von Crowdfunding-Plattformen zurückgewiesen worden, wo man sich Geld bei Internet-Nutzern besorgen kann. Senator Schumer verlangte bereits nach ersten Medienberichten gesetzliche Schritte. Auch Terroristen und Verbrecher könnte damit eine illegale Waffenfabrik in ihrer Garage starten, warnte er. Der US-Kongressabgeordnete Steve Israel hatte bereits ein Verbot von Waffen aus dem 3D-Drucker gefordert, weil sie schwer zu entdecken seien.

Der „Liberator“ wurde bei den öffentlichen Tests vergangene Woche zunächst erfolgreich abgefeuert, ohne dabei Schaden zu nehmen. Dem Magazin „Forbes“ zufolge versagte die Pistole allerdings bei einem nachfolgenden Versuch und wurde beim Übergang zu größerer Munition zerfetzt. Wilson stellte die Plastik-Waffe mit einem 3D-Drucker her, den er für 8000 Dollar im Internet gekauft hatte.

Der 3D-Druck ist stark im Kommen. Die Geräte gibt es schon seit einigen Jahren, ursprünglich waren hochwertige Drucker aber sehr teuer und wurden deshalb vor allem für das Erstellen von Modellen in der Industrie benutzt. Inzwischen liefern allerdings auch die erschwinglichen Verbraucher-Modelle immer bessere Qualität ab. Experten sagen daher voraus, dass in Zukunft immer mehr Artikel im Alltag aus dem 3D-Drucker kommen werden.

dpa

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