Studie erteilt Schulessen schlechte Noten

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Laut einer neuen Studie gibt es bei der Schulverpflegung in Deutschland erhebliche Defizite. Foto: Alexander Körner/Archiv- und Symbolbild

Berlin (dpa) - Erst Mathe, dann Milchreis mit Kirschen? Wie gesund und ausgewogen das Mittagessen in Schulen ist, soll eine neue Studie ergründen. Verbraucherschützer machen sich auch für mehr Transparenz stark.

Die Organisation Foodwatch fordert, bei Schulkantinen und Anbietern von Schulverpflegung alle Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen öffentlich zu machen. Es sei ein Unding, dass Lehrer und Eltern nicht darauf zugreifen könnten, um den vertrauenswürdigsten Lieferanten für das Schulessen der Kinder zu ermitteln, sagte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt.

Die Behörden wüssten, wie es um die Hygiene in Schulküchen und bei Zulieferern bestellt sei. Der Bund solle die Länder daher zu einer Veröffentlichung der Ergebnisse verpflichten.

Laut einer neuen Studie zur Qualität des Schulessens, die der Zeitung "Die Welt" bereits in Auszügen vorliegt, gibt es bei der Schulverpflegung in Deutschland erhebliche Defizite. Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält demnach zu wenig Gemüse. Die Pausenzeiten für das Mittagessen seien in den meisten Schulen zu kurz. Auch die Vielfalt der Speisen sei nicht ausreichend. Nur in 16 Prozent der Grundschulen und 27 Prozent der weiterführenden Schulen gebe es mehr als zwei Menüs. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) stellt die Studie am Dienstag (Pk 12.00) in Berlin vor. Sie ist laut Ministerium die bundesweit bisher größte.

Kritiker warnen beim Schulessen etwa vor zu billigen Produkten, Fertigsoßen und zu viel Fleisch, obwohl Kindern gerade in den Schulen eine gesunde Ernährungsweise vermittelt werden sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, viel Gemüse und Salat anzubieten. Ziel ist auch, Übergewicht bei Kindern zu vermeiden.

Da es immer mehr Ganztagsschulen gibt, wird auch die Qualität des Schulessens wichtiger. Nach Angaben der Kultusministerkonferenz werden inzwischen 2,4 Millionen Schüler ganztags unterrichtet und damit fast ein Drittel aller Kinder von der Grundschule bis zur Mittelstufe. In Ganztagsschulen gibt es mindestens an drei Tagen in der Woche ein Angebot bis in den Nachmittag hinein. An allen diesen Tagen soll auch ein Mittagessen angeboten werden.

Qualitätsstandard für die Schulverpflegung

Studie Bertelsmann-Stiftung zu Kita-Verpflegung

Programm Bundeskongress Schulverpflegung

Studie Bertelsmann-Stiftung zu Ganztagsschulen

Kultusministerkonferenz zu Statistik Ganztagsschulen

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