Studie: Kinder haben weniger Taschengeld - aber teure Wünsche

Smartphone, Markenklamotten und Spielkonsolen - Deutschlands Kinder haben teure Wünsche. Von ihrem Taschengeld können sie die aber kaum erfüllen.

Davon haben sie nämlich weniger. Derzeit bekommen 6- bis 13-Jährige im Schnitt monatlich 26,35 Euro, wie aus der KidsVerbraucherAnalyse hervorgeht, die der Egmont Ehapa Media Verlag gestern in Berlin vorstellte.

Bei der Erhebung von 2014 waren es noch 27,50 Euro, 2013 sogar noch mehr. „Vielleicht ist ein Limit erreicht“, sagte Ralf Bauer, der die Marktforschung im Verlag leitet. Ein anderer Grund wäre für Kinder positiver: Möglicherweise spendierten Eltern ihnen inzwischen häufiger Kinokarte & Co, sodass das Taschengeld länger vorhalte.

Beim Taschengeld ist noch lange nicht Schluss: Zu Feiertagen und zum Geburtstag können Kinder und Jugendliche erneut mit Barem rechnen. 10- bis 13-Jährige bekommen zu Weihnachten 96 Euro, zum Geburtstag 84 Euro und zu Ostern weitere 30 Euro zugesteckt. Insgesamt haben sie dadurch 209 Euro zusätzlich zur Verfügung. Bei den Jüngeren zwischen sechs und neun Jahren sind es insgesamt 165 Euro.

Auch der für 2015 ermittelte Taschengeldwert liegt noch deutlich über der Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts (DJI): Ab zehn Jahren sollte das Taschengeld monatlich bei etwa 15 Euro liegen und anfangs jedes Jahr um 2,50 Euro steigen - sodass 13-Jährige rund 22,50 Euro bekommen.

Für die Analyse führten die Forscher den Angaben zufolge 2494 Doppelinterviews mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren und einem Elternteil.

Handy, Internet

Auf die Frage, wozu sie das Handy häufig nutzen, gaben 56 Prozent der 6- bis 13-Jährigen Telefonieren an. Jedes zweite Kind nannte Nachrichten-Schicken. Spielen landete auf Platz drei. Jedes fünfte Kind geht mit eigenem Laptop oder PC ins Netz. Was den Nachwuchs ins Internet lockt? Die meisten (39 Prozent) hören Musik. Ebenso viele checken E-Mails. Auf Platz drei liegt: Infos für die Schule sammeln.

Essen

84 Prozent der 10- bis 13-Jährigen dürfen bei Lebensmitteleinkäufen ein Wörtchen mitsprechen. Bei den 6- bis 9-Jährigen sind es 72 Prozent. Ginge es allein nach dem Nachwuchs, dürften dann wohl Kekse und Gebäck im Einkaufswagen landen. 43 Prozent essen das täglich oder mehrmals wöchentlich - dicht gefolgt von Kaugummi und Bonbons. Bei Durst greifen die Kids am liebsten zu Mineralwasser.

Markenartikel

Markenprodukte stehen hoch im Kurs - zumindest, wenn es um Kleidung und Technik geht. Bei Sportschuhen sind Kindern und Teenagern Markennamen demnach besonders wichtig. Großen Wert legen sie darauf auch bei Handys, Kleidungsstücken, Spielkonsolen sowie Taschen und Rucksäcken. Ob allerdings Limonade oder Müsli von bekannten Herstellern kommen, verliert für sie an Bedeutung.

Lesen

Wenn es mit dem Lesen losgeht, wollen Eltern lieber, dass ihre Kinder ein Buch zum Anfassen haben. Bücher werden vor allem auf Papier gelesen. 88 Prozent nutzen gar keine elektronischen Bücher. Der Anteil der E-Book-Verweigerer hat leicht zugenommen. Auch Zeitschriften stehen hoch im Kurs. 89 Prozent gaben an, sie meist komplett durchzublättern. Dass sie dabei etwas lernen können, sagten 82 Prozent. (dpa)

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