Die meisten Deutschen sind mit ihrem Leben zufrieden, zeigt eine Studie

Das Glück ist im Norden zu Hause

Glücksmoment: Eine Familie genießt die gemeinsame Zeit. Foto: dpa

Die Deutschen sind zwar längst nicht das glücklichste Volk in Europa – die allgemeine Lebenszufriedenheit hat hierzulande aber einen neuen Spitzenwert erreicht.

Das geht aus dem aktuellen Glücksatlas hervor, einer Langzeitstudie, die die Deutsche Post seit 2010 einmal jährlich erstellt. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse der gestern veröffentlichen Untersuchung. Fragen und Antworten.

Wo ist das meiste Glück zu Hause? 

Nach wie vor im Norden Deutschlands. Allerdings hat der Süden aufgeholt. Das gilt laut Glücksatlas insbesondere für Franken, Baden und Hessen. Auf einer Skala von Null bis Zehn ist die Lebenszufriedenheit bundesweit um rund 0,1 Punkte auf 7,11 Punkte gestiegen. Schon 2015 hatte sie mit 7,02 Punkten einen neuen Höchstwert erreicht.

Was macht die Deutschen glücklich? 

„Die objektiven Lebensumstände haben sich deutlich verbessert“, meinte Bernd Raffelhüschen, Finanzwissenschaftler an der Uni Freiburg und Mitautor der Studie. Als Stichworte nannte der Experte das Beschäftigungswunder der letzten Jahre, hohe Reallohnzuwächse sowie eine spürbar gestiegene Kaufkraft. Einen vergleichbaren Boom habe es zuletzt in den 1960er- Jahren gegeben.

Wie steht es um regionale Unterschiede? 

Am zufriedensten sind die Menschen nach wie vor in Schleswig-Holstein (7,41). Das gilt besonders für ihre Wohn- und Freizeitsituation. Ebenfalls überdurchschnittlich glücklich ist man in Franken (7,22). Auf den Plätzen Drei bis 13 folgen ebenfalls durchweg Regionen in der alten Bundesrepublik: Niedersachsen/Nordsee (7,22), Baden (7,21), Hessen (7,2), Hamburg (7,2), Nordrhein/Köln (7,18), Bayern-Süd (7,17), Württemberg (7,15), Niedersachsen/Hannover (7,14), Westfalen (7,12), Nordrhein/Düsseldorf (7,09) und Rheinland-Pfalz/Saarland mit 7,08 Punkten.

Warum ist man im Osten seltener glücklich? 

Die Experten sehen die Ursachen vor allem in den immer noch vergleichsweise niedrigeren Einkommen und den vielerorts höheren Arbeitslosenzahlen. So liegen die Zufriedensheitsgrade im Osten durchweg unter der Sieben-Punkte-Marke, wobei allerdings Thüringen (6,94) im Vorjahresvergleich den größten Sprung nach vorn gemacht hat. Es folgen Sachsen (6,88), Berlin (6,85), Brandenburg (6,8), Sachsen-Anhalt (6,78) sowie Mecklenburg-Vorpommern.

Wie halten es die Deutschen mit der Zuwanderung? 

Die deutlichen Zufriedenheitsunterschiede haben auch mit der Flüchtlingssituation zu tun. Während 70 Prozent der Westdeutschen die Aussage begrüßen, dass Deutschland durch die Einwanderung vielfältiger wird, sind es im Osten nur 56 Prozent.

Wo lebt man im Europa am glücklichsten? 

Auch im europäischen Vergleich hat der Norden die Nase vorn. An der Spitze liegt Dänemark, gefolgt von den Niederlanden, Schweden und Großbritannien. Von den insgesamt 33 untersuchten Staaten rangiert Deutschland auf Platz neun. Schlusslichter sind Portugal, Serbien, Bulgarien und Griechenland.

Wie wird das Glück vermessen? 

Als Grundlage dienen das Sozio-ökonomische Panel (SOEP), eine repräsentative Befragung zur Lebenssituation in mehr als 12 000 deutschen Privathaushalten sowie weitere spezielle Umfragen wie etwa das EU-weite „Eurobarometer“. Die Schlüsselfrage: „Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit ihrem Leben?“ 

www.gluecksatlas.de

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