Beruhigung erst in kommender Woche

Stürme ziehen über unsere Region

Stürme halten Deutschland in den nächsten Tage fest im Griff. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist frühestens Ende der kommenden Woche mit einer Beruhigung zu rechnen.

Ursache dafür ist ein riesiges Zentraltief über Island ("Christian"), das immer wieder kleinere Tiefdruckgebiete nach Europa schickt. Am Freitag sorgte Tief "Elon" für Schäden sowie Behinderungen im Verkehr. Am Samstag zieht ein neues Tief mit dem Namen Felix auf.

Aktualisiert um 17.45 Uhr

Der DWD hat für Nordhessen und Südniedersachsen eine Warnung vor teils schweren Sturmböen ausgegeben. Die stürmischen Zeiten sind in der Region also noch nicht vorbei. Zwar beruhigt sich das Wetter am Sonntag etwas, doch es bleibt auch die nächsten Tage sehr windig. Die Temperaturen verlassen dann vorübergehend ihr Frühlingsniveau. Schnee sei derzeit aber nur in höheren Lagen in Sicht, berichtete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Samstagnachmittag. Nach den zweistelligen Werten vom Samstag wird es am Sonntag mit vier bis sieben Grad deutlich kühler. Das trübe Wetter setzt sich auch in der kommenden Woche fort, dabei wird es wieder milder und regnerisch. Für Dienstag werden Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad erwartet.

Wegen des Sturms sind am Samstag in Hessen etliche Bäume auf Straßen und Autos gestürzt. Schwer verletzt worden sei aber niemand, berichteten die Polizeistationen. Auch Unfälle bei Schöffengrund (Lahn-Dill-Kreis) und auf der Autobahn 7 bei Niederaula (Kreis Hersfeld-Rotenburg), bei denen Autos von Windböen erfasst wurden und von der Straße abkamen, gingen glimpflich aus - alle Insassen blieben unversehrt.

Weil ein Baum auf eine Oberleitung stürzte, fiel in Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus) für einige Minuten der Strom aus. In der Nähe von Bad Schwalbach wurde eine Landstraße vorsorglich gesperrt, weil mehrere Bäume auf die Fahrbahn zu fallen drohten. In Kassel stürzte ein Baum auf drei geparkte Autos.

Die Meteorologen haben außerdem davor gewarnt, in den kommenden Tagen in den Wald zu gehen. Der Sturm könne Äste abreißen oder Bäume entwurzeln. Auch auf die Gefahr von anderen herabfallenden Gegenständen wird hingewiesen. In der Region werden für Samstag Böen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erwartet.

Am Samstagmittag zeigten sich erste größere Sturmschäden in Kassel. Im Kirchweg war ein Baum auf ein geparktes Auto gefallen. Insgesamt waren gegen 13 Uhr drei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr unterwegs. Die Feuerwehr rechnet mit vielen weiteren Einsätzen am Wochenende.

Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn.

Im Schienenverkehr hielten sich die Sturmfolgen am Samstagvormittag noch in Grenzen. Am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel kam es zu leichten Verspätungen.

Orkantief Felix führt zu weiteren erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr in Norddeutschland.

Seit 15 Uhr und bis auf Weiteres war der Fernverkehr der Bahn am Samstag von und nach Hamburg vollständig eingestellt. Der Fernverkehr aus Richtung Westen endete in Osnabrück, der Fernverkehr aus dem Süden in Hannover. Auch die Strecke Bremen-Hannover wurde gesperrt. Durch heftige Sturmböen umgestürzte Bäume blockierten mehrere Strecken.

In Niedersachen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein gab es großflächig erhebliche Einschränkungen sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr. Aus Sicherheitsgründen wurde auf einigen Strecken auch die Reise-Geschwindigkeit der Züge reduziert. Dort wo es möglich ist, versucht die Deutsche Bahn, Schienenersatzverkehr einzurichten. (ema)

Lesen Sie auch Berichte aus einzelnen Gebieten der Region:

- Kassel: Sturm richtet erste Schäden in Kassel an

- Göttingen: Orkan behindert den Zugverkehr

- Korbach: Baum stürzt auf Zug: Bahnstrecke nach Usseln gesperrt

- Korbach/Frankenberg:  Weiter Warnung vor Sturmböen - bislang kaum Schäden

- Wolfhagen: Warnstufe rot: Orkantiefs sind auch für Altkreis Münden gemeldet

- Uslar: Sturm im Solling legte erst am Abend los: Baum fiel auf Straße

Das wichtigste zum Wetter außerhalb der Region:

Norden stark betroffen:  Vor allem der Norden Deutschlands ist vom Unwetter betroffen. Allein die Hamburger Feuerwehr musste zu mehr als 250 Einsätzen innerhalb von zwei Stunden am Freitagnachmittag ausrücken. Nach Angaben eines Sprechers knickte ein Baum nach dem anderen ab. Autos wurden darunter begraben. Am Nachmittag wurden zwei Mädchen auf einem Hamburger Schulhof von einem umstürzenden Baum getroffen und kamen in ein Krankenhaus. Eine Sturmflutwarnung gibt es zudem für die Nordseeküste: Böen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde waren bei Kiel aufgetreten. Am Abend wurde in Hamburg der bei Touristen beliebte Fischmarkt überschwemmt. Im brandenburgischen Prenzlau musste eine Grundschule evakuiert werden, nachdem der Sturm das Dach weggefegt hatte. Keiner der 300 Schüler wurde verletzt. In Trittau (Schleswig-Holstein) wurden zwei Männer verletzt, als ein Baum auf ihren Kleinbus stürzte.

Chaos in anderen Ländern: Wetterchaos gibt es auch in Großbritannien: Im Norden des Landes waren 100.000 Haushalte zwischenzeitlich vom Stromnetz abgeschnitten. Am schwersten betroffen waren die Highlands und die schottischen Inseln. Im Südwesten Tschechiens fuhr ein Zug bei Zelezna Ruda auf einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde niemand.

Rubriklistenbild: © dpa

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