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Sturm wütet in Deutschland: Einsatzkräfte im Dauereinsatz - Zwei Autofahrer sterben

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Von: Sophia Lother

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Unwetter und Sturm halten die Rettungskräfte in Deutschland in Atem. Auch Flug- und Bahnverkehr werden stark beeinträchtigt – und Experten rechnen bereits mit einem neuen Orkan.

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+++ 16.09 Uhr: Der Sturm „Ylenia“ fegte über Deutschland und hat Bäume umstürzen lassen, zu gesperrten Straßen geführt und Zug- und Flugverkehr durcheinandergewirbelt. Die Einsatzkräfte können nur kurz durchatmen - der nächste heftige Sturm ist bereits im Anmarsch. „Es zieht noch ein Orkan auf“, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg am Donnerstag. „Zeynep“ könnte in Teilen noch stärkere Orkanböen bringen. Vor allem der Norden Deutschlands soll von dem neuen Sturm betroffen sein.

Beim Sturm „Ylenia“ wurden auch zwei Autofahrer von umstürzenden Bäumen erschlagen. In Sachsen-Anhalt bei Südharz starb ein 55-Jähriger am Donnerstag auf einer Landstraße. Ein Baum sei durch den starken Wind auf den Wagen des Mannes gefallen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen am Morgen überschlagen. Auf einer Landstraße in Niedersachsen zwischen Bad Bevensen und Seedorf starb ein 37 Jahre alter Mann. Auch hier stürzte ein Baum auf das Auto.

Sturm wütet in Deutschland: Ausnahmezustand in Berlin – Todesfall in Niedersachsen

+++ 13.02 Uhr: Ein 37 Jahre alter Mann ist in seinem Auto Opfer des Orkantiefs „Ylenia“ geworden. Er war am Donnerstagmorgen gegen 9.00 Uhr auf der L252 zwischen Bad Bevensen und Seedorf in Niedersachsen unterwegs, als ein Baum auf seinen Pkw stürzte und ihn erschlug. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der dpa bestätigte, war der Fahrer sofort tot. Für die Dauer der Bergungsarbeiten wurde die Landstraße gesperrt.

Das Sturmtief hinterlässt in Deutschland eine Schneise der Verwüstung.
Das Sturmtief hinterlässt in Deutschland eine Schneise der Verwüstung. © Rainer Droese/Imago

Sturm in Deutschland: Massive Stromausfälle

Update von Donnerstag, 17.02.2022, 11.40 Uhr: Ein Sturm tobt in Deutschland: Züge fallen aus, Flüge werden gestrichen - und nun sind auch viele Haushalte ohne Strom. Das Sturmtief „Ylenia“ hat bei Tausenden Haushalten in Bayern den Strom ausfallen lassen. Der größte Stromnetzbetreiber, Bayernwerk Netz verzeichnet 10.000 Betroffene, wie ein Sprecher am Donnerstagmorgen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte. In Nordrhein-Westfalen fiel für etwa 54.000 Haushalte in der Nacht zu Donnerstag der Strom aus. In Westmecklenburg und Nordbrandenburg wurden ebenfalls etliche Stromausfälle gemeldet.

Ursache für die Ausfälle waren häufig auf Leitungen gestürzte Bäume. Meist wurde die Versorgung demnach schnell wieder hergestellt. Auch Bahnreisende sind wegen des aktuellen Sturms noch immer von massiven Einschränkungen betroffen. „In der Nordhälfte verkehren bis in die Mittagsstunden keine Züge im Fernverkehr“, so ein Sprecher gegenüber der dpa.

Sturm in Deutschland: Berliner Feuerwehr ruft erneut Ausnahmezustand aus

Die Berliner Feuerwehr rief am Donnerstagvormittag zum zweiten Mal den Ausnahmezustand aus. Die Einsatzkräfte wurden bis zu mehr als 100 Einsätzen gerufen. Meistens hätten die Feuerwehrleute Bäume und Äste beseitigt, die auf der Straße und zum Teil auch auf Autos lagen. Menschen seien nicht verletzt worden. Bereits in der Nacht zu Donnerstag hatte die Feuerwehr den Ausnahmezustand ausgerufen.

Das Sturmtief hinterlässt in Deutschland eine Schneise der Verwüstung.
Das Sturmtief hinterlässt in Deutschland eine Schneise der Verwüstung. © Martin Schutt/dpa

Sturm tobt in Deutschland: Bahn stellt Verkehr teilweise ein – Ausnahmezustand in Berlin

Erstmeldung von Donnerstag, 17.02.2022: Berlin/Kassel – Aktuell wütet das Orkantief „Ylenia“ mit Sturm und Unwettern in Deutschland. Am frühen Donnerstagmorgen rief die Feuerwehr Berlin den Ausnahmezustand aus. Seit 2.00 Uhr sei ein starker Anstieg an wetterbedingten Einsätzen zu verzeichnen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren seien in den Dienst gerufen worden, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen. Meldungen von Verletzten lagen aus Berlin zunächst nicht vor.

Auch in Hamburg ist die Lage unübersichtlich. Am frühen Donnerstagmorgen ist der Hamburger Fischmarkt erneut überflutet worden. „Am Pegel St. Pauli wurde gegen 5.00 Uhr ein Wert von 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW) gemessen“, sagte ein Sprecher des Sturmflutwarndienstes des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg gegenüber der dpa.

Sturmtief Ylenia zieht über Deutschland und hinterlässt Spuren. In mehreren Bundesländern stellte die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr ein.
Sturmtief Ylenia zieht über Deutschland und hinterlässt Spuren. In mehreren Bundesländern stellte die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr ein. © Rainer Droese/Imago

Sturm und Unwetter in Deutschland: Bahn- und Flugverkehr stark beeinträchtigt

Das Sturmtief beeinträchtigte auch den Bahn- und Flugverkehr. Umgestürzte Bäume behinderten Züge. Die Lufthansa strich vorsorglich 20 Flüge, wie das Unternehmen in der Nacht auf Anfrage mitteilte. Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ hat der Flughafen Berlin-Brandenburg BER am Donnerstagmorgen die sogenannte Flugzeugabfertigung unterbrochen. Das bedeutet, dass wegen der starken Sturmböen keine Maschinen beladen beziehungsweise entladen werden und zunächst auch keine Passagiere in die Flugzeuge einsteigen können, wie ein Sprecher des BER gegenüber der dpa sagte. Auch Hessen ist massiv betroffen, am Flughafen Frankfurt wurden viele Flüge gestrichen.

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. In folgenden Regionen fallen Fernverkehrs-Züge aktuell aus:

Orkantief bringt Sturm und Unwetter nach Deutschland: Neuer Orkan droht

Aber damit nicht genug, auch in den nächsten Tagen muss in Deutschland weiter mit Unwettern und Sturm gerechnet werden. Zunächst soll es am Freitag (18.02.2022) erneut stürmisch werden, berichtet auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met, gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

Laut dem Experten trifft der nächste Sturm nach den neusten Berechnungen auf den Nordwesten und Norden Deutschlands. Doch auch der Rest des Landes wird nicht verschont. Jung prognostiziert sogar, dass die Auswirkungen möglicherweise „noch heftiger werden als heute“. Stellenweise würden die Wettermodelle auch in tiefen Lagen mit Orkanböen um 130 bis 140 Kilometern pro Stunde rechnen. „Das wäre dann wirklich wieder brandgefährlich“, so der Diplom-Meteorologe. Doch wann spricht man eigentlich von Orkan und wann nur von Sturm?

BezeichnungWindgeschwindigkeiten (Kilometer die Stunde)
Steifer Wind50 bis 61 km/h
Stürmischer Wind62 bis 74 km/h
Sturm75 bis 88 km/h
Schwerer Sturm89 bis 102 km/h
Orkanartiger Sturm103 bis 117 km/h
Orkanab 118 km/h
Quelle: DWD

Deutschland drohen erneut Sturm und Unwetter: DWD warnt

Nach Einschätzungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) drohen auch zu Beginn der kommenden Woche weitere schwere Stürme und Unwetter. Tendenziell müsse weiter mit einer solchen Entwicklung gerechnet werden, so Meteorolge Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst am Donnerstagmorgen gegenüber der dpa. Weitere Wetter-News finden Sie auf unserer Themenseite. (Sophia Lother)

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