Nur kleinere Unfälle

Tief "Egon": Region blieb weitgehend verschont

Kassel/Göttingen. Die Auswirkungen von Tief "Egon" sind am Freitag in der Region weniger zu spüren gewesen als befürchtet. Das Tief zieht ab, jetzt kommt der Frost.

Aktualisiert um 19.58 Uhr

Für Nordhessen erwartet der Deutsche Wetterdienst allerdings neue Schneemengen, unterhalb von 400 Metern werde esnasskalt, sagte ein Meteorologe. Abends könnten dann Schauer neuen Schnee bringen. Für Stadt und Landkreis Kassel, den Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg und den Werra-Meißner-Kreis hat der Deutsche Wetterdienst am Nachmittag eine Warnung vor Sturmböen herausgegeben. Die gilt ab 18 Uhr bis Samstagmorgen um 10 Uhr.

Ebenso für Niedersachsen. "Nur noch im südlichsten Niedersachsen im Bergland ist mit ein bisschen Schneeverwehungen das Unwetterkriterium erreicht", sagte am Freitag Jürgen Püschel vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg.

Dennoch kam es auf den Straßen der Region immer wieder zu Verkehrsproblemen: Im Raum Hann. Münden bereiteten vor allem Steigungsstrecken Probleme: Zwischen Scheden und Dransfeld  musste die B3 gesperrt werden.

Bei Dransfeld war außerdem ein Kleinbus in den Graben gerutscht: Einsatzkräfte befreiten daraufhin einen Rollstuhlfahrer aus dem Bus.

Auf der verschneiten B62 bei Friedewald  (Kreis Hersfeld-Rotenburg) standen zeitweise mehrere Lkw quer, ebenso bei Bodesruh und Herfagrund.

In Gasterfeld (Wolfhagen) ist ein LKW auf vereister und verschneiter Straßestecken geblieben. Lastwagen und Kleintransporter kommen nur schwer voran. Es gibt einen Stau in Richtung Wolfhagen und Landau.

In Grebenstein (Hofgeismar) ist ein Schulbus wohl wegen der Schneeglätte in einen Graben gerutscht, verletzt wurde dabei niemand.

Gravierende Schäden hat "Egon" im Schwalm-Eder-Kreis nicht angerichtet, allerdings blieb es hier lange weiß.

Ein starker Wintersturm ist in der Nacht zum Freitag über Hessen und Niedersachsen hinweggefegt, hat Bäume umstürzen lassen und zu einigen Verkehrsbehinderungen geführt. Größere Unfälle mit Verletzten oder lange Staus gab es in Nordhessen und Südniedersachsen zunächst nicht, wie die Polizei berichtete. Lediglich in den Höhenlagen wie dem Hohen Meißner oder der Rhön gab es eine geschlossene Schneedecke.

Auch auf Facebook berichteten viele von den "Egon"-Auswirkungen. Während Kassel bis zum Nachmittag in den Tieflagen vom meisten Schnee verschont geblieben ist, sah es im HNA-Land schon ganz anders aus. "Bei uns ist seit gestern Nacht Klein-Sibirien", schrieb etwa ein Nutzer aus Schauenburg auf der HNA-Facebook-Seite. Und auch aus Helsa und vielen anderen Orten im Landkreis berichten Nutzer auf Facebook von Ähnlichem. Auf vielen Bildern sieht man eine geschlossene dichte Schneedecke, die sich im Laufe der Morgenstunden gebildet hat. "Es schneit ohne Ende" war einer häufigsten Kommentare - egal, ob beispielsweise aus Habichtswald, Dransfeld oder Schwalmstadt. Doch trotz allen Schnees und Sturms: Von Unfällen oder großen Problemen berichtet auf Facebook bislang niemand.

In Nordhessen war die Bundesstraße 253 zwischen Battenberg und Biedenkopf für den Schwerlastverkehr nicht zu befahren. Weil dies einige Lastwagenfahrer dennoch versucht hätten und nicht weitergekommen seien, wurde die Bundesstraße gesperrt. Auf der Autobahn 44 geriet zwischen Zierenberg und Kassel-Wilhelmshöhe ein Transporter ins Schleudern und prallte gegen einen Lastwagen. Verletzt wurde dabei niemand.

Verkehr im Schnee: Staufenberg bei Hann. Münden.

Weiter führte Tief "Egon" in Nordhessen aber lediglich zu einigen umgestürzten Bäumen oder Bauzäunen. Die Polizei sprach von einem "normalen Wintertag". Schnee habe es lediglich in Höhenlagen gegeben. Im Kreis Waldeck-Frankenberg kam es beispielsweise zu leichten Behinderungen und kleineren Unfällen. Im Landkreis Göttingen sind zwar die Streu- und Räumdienste im Einsatz, in der vergangenen Nacht blieb die Region aber vom Wintereinbruch verschont. Auch im Werra-Meißner-Kreis passierte bis zum Freitagnachmittag nur ein Glätteunfall.

Schneetreiben im Bergpark: So sah es in Kassel aus

In den tiefergelegenen Kasseler Stadtteilen war vom angekündigten Schneetreiben kaum etwas zu sehen. Am Herkules, im Habichtswald und im Landkreis Kassel dagegen stürmte es auch am Freitagvormittag noch ordentlich. Auf vielen Straßen lag eine geschlossene Schneedecke. Schwere Unfälle gab es zum Glück nicht.

 Die KVG stellte gestern einige Buslinien auf den Steigungsstrecken Richtung Rasenallee und im Druseltal ein. Die Busse konnten aber am späten Vormittag wieder alle Haltestellen anfahren. Besucher waren am Freitag am Herkules kaum unterwegs, dafür jede Menge Scheepflüge, die die Zufahrt zum Besucherzentrum freiräumten. Starker Wind hatte auch rund um der Kasseler Wahrzeichen für Schneeverwehungen gesorgt. Teilweise lagen 20 bis 30 Zentimeter Schnee. Auf dem Besucherzentrum lag eine dichte Schneedecke.

So sah es in Deutschland aus

In vielen Regionen Niedersachsens fielen wegen des Wintereinbruchs die Schulen aus. So wiesen die Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim auf ihrer Webseite auf die Schulausfälle hin. Im Landkreis Osnabrück gab es keinen generellen Schulausfall, da es in großen Teilen des Kreisgebietes witterungsbedingte Einschränkungen gebe. Im nördlichen Teil des Landkreises konnten Eltern hingegen im eigenen Ermessen über den Schulbesuch entscheiden. Auch in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg  sowie Kreis und Stadt Uelzen  fiel der Unterricht am Freitag aus, ebenso in der Stadt und dem Kreis Lüneburg. Die Internetseite der Verkehrsmanagement-Zentrale (VMZ) Niedersachsen, auf der auch Informationen über Schulausfälle abgerufen werden können, war am Morgen wegen vieler Anfragen überlastet und vorübergehend nicht erreichbar.

Im hessischen Bereich von Gießen und im Odenwald wurden einige kleinere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. "Wir haben schon um die 50 Einsätze wegen umgestürzten Bäumen und Gegenständen, die auf die Fahrbahn geflogen sind", sagte ein für den Bereich Südhessen zuständiger Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen in Darmstadt.

Auch im Westen des Bundeslandes mussten Bäume und Äste von den Straßen geräumt werden, sagte ein Sprecher in Wiesbaden. "Alle Weihnachtsäume, die am Rand lagen, liegen jetzt auf der Straße." Größere Unfälle habe es zunächst jedoch nicht gegeben. Auf einigen Bahngleisen sorgte das Unwetter ebenfalls für Probleme: Die Strecke Darmstadt-Bensheim musste in den frühen Morgenstunden gesperrt werden, wie die Deutsche Bahn über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Die zwischenzeitliche Sperrung zwischen Gießen und Frankfurt wurde am frühen Morgen wieder aufgehoben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor mehrere Unwetterwarnungen herausgegeben. Demnach kann es zu massiven Schneefällen und orkanartigen Böen kommen. In Nord- und Mittelhessen wurde im Tagesverlauf in Staulagen mit bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und starken Schneeverwehungen gerechnet. Im Süden des Landes dagegen wird es laut DWD weniger Niederschläge geben.

Am Donnerstag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor entwurzelten Bäumen und herunterstürzenden Dachziegeln gewarnt. Die Meteorologen empfahlen, von Gebäuden und Strommasten Abstand zu halten oder sich am besten gar nicht im Freien aufzuhalten.

Außerdem könnte heftiger Schneefall insbesondere in Mittel- und Nordhessen sowie in Südniedersachsen für größere Verkehrsbehinderungen sorgen. Örtlich sollen der Vorhersage zufolge innerhalb weniger Stunden 20 oder mehr Zentimeter Neuschnee fallen - dies trat aber nicht ein.

Tief Egon kam mit Schnee und Sturm: Bilder aus der Region

Ausblick: Es wird kalt

Tief „Egon“ ist abgezogen, dafür kommt ein neues nicht ganz so kräftiges Tief von der Nordsee her: Für das Wochenende erwartete der Deutsche Wetterdienst weiter Schnee in vielen Regionen, der insbesondere in den Mittelgebirgen und den Alpen liegen bleibe. Auch in Nordhessen und Südniedersachsen soll es am Wochenende immer wieder schneien und windig sein. Zu Wochenbeginn wird es dann trockener, aber kälter. Die Temperaturen sinken auf bis zu minus 10 Grad. Wie das Wetter bei Ihnen wird, erfahren Sie immer aktuell auf hna.de/wetter.

Lesen Sie auch:

Das müssen Anwohner beim Winterdienst beachten

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.