Bizarrer Streit 

Aufregung um Kindergebäck: Eltern stören sich an traditionellem Detail 

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Mit Rosinen und Pfeife: So sehen die Stutenkerle traditionell aus. 

Eine Tradition ist in Gefahr: Seit Jahrhunderten verkaufen die Bäckereien das Hefemännchen „Stutenkerl“ in den kalten Monaten. Nun gibt es einen bizarren Streit um ein Detail. 

Im Herbst und Winter findet man „Stutenkerl“ oder auch „Weckmann“ in den Auslagen der Bäckereien. Regional hat das Männchen auch noch andere Bezeichnungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es das süße Hefegebäck besonders um den Martinstag am 11. November herum, andernorts in der Adventszeit. 

Traditionell hat der „Stutenkerl“ Rosinen, um mit ihnen Augen und Nase zu formen, und eine Pfeife aus Ton. Bei Kindern ist die Tradition sehr beliebt - schließlich schmeckt es gut und sie können mit der Pfeife spielen. 

„Eine Anleitung zum Rauchen“

Genau diese Pfeife jedoch sorgt nun für Aufregung. Wie das Nachrichtenportal derwesten.de berichtet, lassen vermehrt Bäckereien am Niederrhein die traditionelle Pfeife weg. In einer Duisburger Bäckerei bekommt man den Stutenkerl mit Pfeife nur noch auf Vorbestellung. Im Gespräch mit der NRZ erläuterte Bäcker Andreas Schomaker den Hintergrund: "Manche Eltern denken, dass das für ihre Kinder eine Anleitung zum Rauchen sei." Daher würden Eltern immer häufiger das Gebäckmännchen ohne die Pfeife kaufen. 

Die Legende sagt: Aus dem Bischofsstab wurde eine Pfeife

Doch wieso hat das Männchen überhaupt eine Pfeife? Ursprünglich sollte die Figur einen Bischof mit seinem Krummstab darstellen, entweder Sankt Martin oder den Nikolaus. Die Tonpfeife kam wohl erst durch einen Zufall hinzu. Bäckermeister Thomas Puppe erzählte der NRZ die Legende: „Im 18. Jahrhundert gab es einen Bäcker, dem die kleinen Stäbe ausgingen. Er ging nebenan in den Tabakladen und stellte fest, dass die kleinen Pfeifen, wenn man sie verkehrt herum hält, fast genauso aussehen wie ein Bischofsstab. So kamen die Tonpfeifen auf das Gebäck."

Laut derwesten.de ist nun im Netz eine Diskussion entbrannt. Viele regen sich über „Helikoptereltern“ auf, die nun mit den doch so harmlosen Gebäckmännchen ein neues Angriffsziel gefunden hätten. Dabei sei die Pfeife nur ein kindlicher Spaß und überhaupt kein Drama, niemand werde dadurch zum Rauchen verführt. Andere bedauern, dass man damit eine jahrhundertealte Tradition abschafft. Das Gebäck gehöre zum regionalen Brauchtum - mit Pfeife. Doch entscheidend ist das Kundenverhalten im Geschäft - so könnte die Pfeife tatsächlich „aussterben“. 

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mag 

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