Neues Label

Bald „tierfreundliches“ Fleisch im Supermarkt

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Der Tierschutzbund will tierfreundliche Haltung zertifizieren.

Berlin - Verbraucher werden bald „tierfreundliches“ Fleisch in vielen Supermärkten kaufen können. Doch was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

Verbraucher sollen künftig Fleisch mit einem neuen Label „Für mehr Tierschutz“ in Supermärkten finden. Angesichts abschreckender Bilder aus der Massentierhaltung soll das Siegel ein Signal sein, dass Verbraucher solche Schnitzel und Hühnerbeine mit gutem Gewissen kaufen können. Der Deutsche Tierschutzbund vergibt das blaue Siegel vor allem an konventionelle Betriebe, die ihre Tiere deutlich artgerechter halten als gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt, ihnen zum Beispiel mehr Platz geben oder sie nicht zu lange in Tiertransporter laden. Losgehen soll es 2013.

„Das Label ist nicht dazu da, Fleischkonsum anzuregen, sondern wir wollen den Konsum verschieben und auf Dauer sicher auch senken“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder am Dienstag. Das erste zertifizierte Schweine- und Hühnerfleisch werde Anfang 2013 bundesweit in den Kühltheken liegen. Es werde wohl mehr als zehn Prozent teurer sein als konventionelles Fleisch. Die „Welt“ hatte zuvor schon über das Label berichtet.

Lebensmittelmythen - Hätten Sie's gewusst?

Hilft Cola bei Magen-Darm-Infekten? Gerade bei Durchfall sollte man auf Cola verzichte und lieber ungesüßten Kräutertee oder stilles Mineralwasser trinken. © dpa
Ist helles Brot ungesünder als dunkles? Die Farbe des Brotes sagt nichts darüber aus, ob es gesund ist oder nicht. Es zählt, was drin ist: Weizen- oder Vollkornbrot. Nur Brot aus Vollkornmehl enthält das volle Korn. Die Bezeichung "Vollkornbrot" sollte auch auf der Packung stehen.   © dpa
Verursachen frisch gebackene Teigwaren Magenschmerzen? Ja. Frisches Brot ist weich, wird weniger gekaut und in großen Stücken heruntergeschluckt. Dabei kann viel Luft in den Magen gelangen und der Körper verdaut langsamer. Man bekommt Blähungen und Magenschmerzen. © dpa
Dürfen Muscheln nur in Monaten mit "r" verzehrt werden? Nein. Muscheln dürfen das ganze Jahr über gegessen werden. Die alte Volksweisheit stammt noch aus der Zeit, in der es die heutigen Kühlmethoden noch nicht gab. Tipp: Muscheln aus kontrollierter Zucht kaufen und auf einwandfreie Kühlkette achten. © dpa
Macht Spinat stark? Nein. In 100 Gramm Spinat stecken nur 3 Milligramm Eisen - und nicht wie lange Zeit angenommen 35 Milligramm. Das ist zu wenig, um als wahres Kraftpaket für den Körper zu gelten. Gesund ist Spinat aber trotzdem. © dpa
Sind Karotten gut für die Augen? Ja, denn sie enthalten Betakarotin, eine Vorstufe des Vitamn A, das wichtig ist für Abwehrkräfte, Wachstum, Haut, Schleimhäute und Augen. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen. Dem kann man mit Betakarotin in gewissen Maßen vorbeugen. © dpa
Dürfen Gerichte, die Pilze enthalten, aufgewärmt werden? Ja, wenn die Gerichte gekochte Pilze enthalten. Man sollte sie auf über 70 Grad erhitzen. Gerichte mit rohen Pilzen sollte man dagegen nicht aufbewahren. © dpa
Ist "Tafelwasser" gesund? Ja. Tafelwasser ist lebensmittelrechtlich gesehen Trinkwasser aus der Leitung, das die Hersteller mit Mineralwasser, Meerwasser, Kochsalz sowie weiteren Zusatzstoffen wie Kalium und Natrium versetzen. Es kann bedenkenlos getrunken werden. © dpa
Nimmt man ab, wenn man "Light"-Produkte isst? Nein. Viele "Light"-Produkte haben fast genauso viele Kalorien wie ihre vollfetten Pendants. Außerdem sorgt das Gewissen dafür, dass man sich gerne noch einen Nachschlag nimmt. © dpa

Umfragen zeigten immer wieder, dass Verbraucher eine Tierschutzkennzeichnung wollten. Ein Großteil des Fleisches komme aus tierschutzwidriger Intensivhaltung. „Die Bundesregierung versagt auf diesem Gebiet komplett“, kritisierte Schröder.

Durch das Label werde die Situation der Tiere in der Haltung deutlich verbessert, hofft der Verband. „Das Tier hat mehr Platz, es hat mehr Beschäftigung im Stall“, sagte Schröder. Geflügeltiere hätten beispielsweise eine Sitzstange, Heu und Picksteine. Dadurch gebe es weniger Aggressivität. Auch das schmerzhafte Abschneiden von Schnäbeln werde es in zertifizierten Betrieben nicht mehr geben.

„Das ist ein ganz entscheidender Fortschritt im Tierschutz“, meinte Schröder. Die unbetäubte Kastration sei verboten. Die Tiere hätten für das Label in der sogenannten Einstiegsstufe etwa ein Drittel mehr Platz, als das Gesetz vorschreibe, erläuterte Schröder. Zudem gebe es eine zweite Stufe des Labels, eine „Premiumstufe“: Da hätten die Tiere bei den Produzenten auch Auslauf.

Bei Masthähnchen laufen nach Angaben des Tierschutzbundes die ersten Zertifizierungen beim Geflügelproduzenten Wiesenhof. Die Handelsketten Coop und Kaisers Tengelmann zeigten ebenfalls Interesse an zertifizierten Produkten.

Auf dem blauen Siegel mit einem oder zwei gelben Sternen - je nach Stufe - steht geschrieben „Für mehr Tierschutz“.

dpa

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