Er wollte eine Bombe bauen

Wegen Anschlagsplänen: 16-jähriger Syrer muss in Haft

Köln - Ein minderjähriger Syrer ist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 16-Jährige soll Kontakt zu einem IS-Anhänger gehabt und sich zum Bau einer Bombe bereiterklärt haben.

Wegen der Planung eines Anschlags hat das Landgericht Köln am Montag einen 16-jährigen Syrer zu zwei Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Richter sahen es nach Angaben eines Sprechers als erwiesen an, dass sich der Jugendliche in einem Internetchat zum Bau einer Bombe bereit erklärt hatte. Im Anschluss soll er im Chat Einkaufs- und Bauanleitungen erhalten haben.

Nach Überzeugung des Gerichts hat sich der Angeklagte damit der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig gemacht. Mit ihrem Urteil folgten die Richter weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten gefordert hatte. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der junge Syrer war im vergangenen September in einer Notaufnahmeeinrichtung in Köln-Porz, wo er mit seiner Familie lebte, vom einem Spezialeinsatzkommando (SEK) festgenommen worden. Der Prozess gegen den 16-Jährigen begann am 20. Februar und fand wegen seines jugendlichen Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bei dem Chat-Gesprächspartner des Angeklagten handelte es sich nach Überzeugung des Gerichts um einen Mann aus Israel, welcher der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nahesteht. Der Angeklagte selbst hatte während des Prozesses ausgesagt, er habe seine Äußerungen nicht ernst gemeint. Die Kammer folgte dem nicht.

Nach Auffassung des Gericht befand sich die Tat noch in einem sehr frühen Stadium. Eine konkrete Umsetzung von Anschlagsplänen habe noch nicht stattgefunden. Eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen, befand der Strafkammer. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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