Jagd auf dunkelhäutige Menschen

Mit Schleuder auf Ausländer geschossen? Jetzt spricht der Verdächtige 

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Zwei Schleudern und Metallgeschosse wurden bei dem Tatverdächtigen aus Taunusstein gefunden. (Symbolbild) 

An einem Busbahnhof im Taunus soll ein Deutscher mehrere Menschen, die er für Ausländer hält, mit einer Schleuder verletzt haben. Jetzt äußert er sich. 

Update vom 11.09.2019, 14.20 Uhr: Der 54-jährige Mann, der in Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis) aus einem Auto heraus mit einer Zwille auf ausländisch aussehende Passanten geschossen haben soll, bestreitet ein gezieltes Vorgehen. Dem Mann werde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Bei seiner Vernehmung habe er bestritten, die Metallkugeln auf Personen gerichtet zu haben.

Angriff Schleuder in Taunusstein - Verdächtiger bestreitet Tat 

Dem Tatverdächtigen werden laut Polizei mindestens drei Fälle vorgeworfen. Zuletzt soll er einen 25 Jahre alten Syrer in Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis) durch die Zwille-Schüsse verletzt haben. Der Hinweis einer Zeugin, die einen ähnlichen Vorfall beobachtet hatte, soll die Ermittler auf die Spur des 54-Jährigen geführt haben. In seiner Wohnung seien zwei Zwillen und mehrere Metallgeschosse gefunden worden.

Erstmeldung vom 07.09.2019, 6.36 Uhr: Taunusstein - Ein 25-jähriger Syrer wurde am Dienstagnachmittag (3. September 2019) im Bereich des Zentralen Busbahnhofs Taunusstein-Hahn durch eine Metallkugel, die mittels einer Schleuder abgefeuert wurde, am Kopf getroffen und dabei verletzt. Der verletzte Mann wurde in der Nacht zum Mittwoch in einem Wiesbadener Krankenhaus behandelt. Nun konnte nach umfangreichen Ermittlungen der Wiesbadener Kriminalpolizei am Freitagnachmittag (6. September 2019) ein 54-jähriger Mann aus Taunusstein als Tatverdächtiger gefasst werden. 

Tanusstein: Mit einer Schleuder Metallgeschosse abgefeuert

Der Tatverdächtige wurde nach dem Hinweis einer aufmerksamen Zeugin festgenommen. Die Zeugin erschien gegen 13 Uhr bei der Polizei in Taunusstein und schilderte, dass sie eine halbe Stunde zuvor am Busbahnhof Taunusstein-Hahn beobachten konnte, wie ein Mann aus einem Auto heraus mit einer Schleuder auf zwei Frauen, die er für Afrikanerinnen hielt, geschossen habe. Dabei habe der Mann die Frauen jedoch nicht getroffen, da diese keine Reaktionen gezeigt hätten. Nach dieser Aussage geriert der 54-jährige Deutsche in das Visier der Polizei. 

Mehrere Opfer mit Schleuder beschossen

Fast zeitgleich meldete sich zusätzlich ein 31-jähriger Somalier bei der Wiesbadener Kriminalpolizei. Er erfuhr über die sozialen Medien und einen Bekannten von dem Angriff auf den 25-jährigen Syrer. Er wollte daraufhin der Polizei mitteilen, dass er ebenfalls Mitte Januar 2019 im Bereich des Zentralen Busbahnhofs Taunusstein-Hahn von einer Metallkugel getroffen wurde. Aufgrund seiner Winterjacke wurde er dabei jedoch nicht verletzt und informierte dementsprechend auch nicht die Polizei. 

Die Wohnung und das Auto des tatverdächtigen 54-Jährigen wurden bereits am Tag seiner Festnahme durchsucht. Dabei wurden unter anderem zwei Schleudern und Metallgeschosse gefunden. 

Taunusstein: 54-jähriger Deutscher in Untersuchungshaft

Der 54-jährige Deutsche ist verdächtigt, in mindestens drei Fällen aus seinem Auto heraus mit einer Schleuder auf Personen, die er für Ausländer hielt, geschossen zu haben. Der Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Aktuell kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Tatverdächtige auf noch weitere Menschen geschossen hat. Deswegen bittet die Kriminalpolizei Wiesbaden mögliche Opfer und Zeugen darum, sich unter der Telefonnummer (0611) 345-3333 zu melden.

Zu einem rassistisch motivierten Attentat mit tödlichen Folgen kam es im August in Wächtersbach. In einem aufsehenerregenden Fall in Frankfurt sucht die Polizei aktuell ebenfalls dringend Zeugen.

at/dpa 

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