Große Gegendemo in Berlin

Tausende verhindern Nazi-Kundgebung

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Demonstranten von beiden Seiten wurden festgenommen.

Berlin - Tausende Gegendemonstranten haben am Samstag einen Demonstrationszug von NPD-Anhängern durch den Berliner Stadtteil Kreuzberg verhindert.

Rund 2000 Menschen blockierten nach Angaben der Polizei die geplante Strecke durch den linksalternativ geprägten Stadtteil. Die etwa 100 Teilnehmer der Neonazi-Demonstration kamen deshalb den Angaben zufolge nur wenige hundert Meter weit und kehrten dann um. Auf eine Räumung der Strecke sei "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit" verzichtet worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Lage in Kreuzberg war den Polizeiangaben zufolge zeitweise so unübersichtlich, dass Luftüberwachung angeordnet wurde. Die Gegendemonstranten versperrten Straßen und Plätze im Umfeld des Versammlungsorts der Nazi-Kundgebung.

Polizeibeamte wurden nach Angaben der Polizei verletzt, da manche Gegendemonstranten mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik auf sie warfen. Bis zum Nachmittag wurden elf von ihnen festgenommen. Ihnen wurden Landfriedensbruch, Vermummung und Befreiungsversuche vorgeworfen. Auch vier NPD-Anhänger, darunter einer der Redner, wurden vorläufig festgenommen. Abgeordnete der Piraten und Linkspartei hatten den Mann angezeigt, nachdem er eine volksverhetzende Parole ins Mikrofon gerufen hatte. Drei weitere sollen mit einem Feuerlöscher auf Gegendemonstranten gesprüht haben.

Die NPD gab nach den Polizeiangaben am Samstagnachmittag ihren Plan auf, durch Kreuzberg zu ziehen. Sie meldete stattdessen im Eilverfahren eine neue Kundgebung für den Stadtteil Köpenick an. In Kreuzberg dauerte die Gegendemonstration am späten Nachmittag an.

Zu der Gegendemonstration hatte das Bündnis "Berlin-Nazifrei" mit Unterstützung der Grünen, der Linken, von Gewerkschaften und Bürgerinitiativen aufgerufen.

afp/dpa

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