Brennstäbe in Fukushima bereits kurz nach Megabeben geschmolzen

Tokio - Die Atom-Katastrophe in Japan nahm schon früh ihren Lauf: Bereits 16 Stunden nach dem Riesenbeben im März waren die Brennstäbe in Fukushima 1 zum größten Teil geschmolzen. Das räumte jetzt AKW-Betreiber Tepco ein.

Die Brennstäbe in Reaktor 1 der Atomruine in Fukushima sind offenbar schon 16 Stunden nach dem Riesenbeben im März zum größten Teil geschmolzen. Das teilte der Betreiberkonzern Tepco am Sonntagabend (Ortszeit) nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit.

Fukushima: Schock-Bilder aus der Todeszone

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Unterdessen forderte die Atom-Katastrophe ein weiteres Menschenleben: Ein Leiharbeiter ist am Wochenende in dem schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima zusammengebrochen und gestorben. Die Betreiberfirma Tepco erklärte, der über 60 Jahre alte Mann sei beim Tragen von Ausrüstung am Samstag kollabiert. Die Todesursache sei nicht bekannt. Im Körper des Toten sei keine gefährliche Belastung mit Radioaktivität gemessen worden. Unterdessen erschütterte erneut ein Erdbeben die Region.

Tepco-Sprecher Naoyuki Matsumoto, sagte, der Mann habe bei der Arbeit in einem Entsorgungsgebäude einen Strahlenschutzanzug, Handschuhe und Atemschutz getragen. Er hatte erst einen Tag zuvor die Arbeit in dem Kraftwerk aufgenommen. Der Mann habe offensichtlich keine Verletzungen aufgewiesen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Ein weiterer Mann in der Nähe habe keine gesundheitlichen Auffälligkeiten gezeigt. Zwei junge Arbeiter waren vor zwei Monaten durch den Tsunami selbst ums Leben gekommen, als dieser das Atomkraftwerk überspülte und die Gebäude samt der Anlagen schwer beschädigte.

Fukushima: Luftaufnahmen der AKW-Katastrophe

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In dem Gebäude, in dem nun der Arbeiter zusammenbrach, wird radioaktiv kontaminiertes Wasser gelagert, das nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März aus den Reaktoren des Atomkraftwerks ausgetreten war. Aus der Anlage Fukushima-Daiichi tritt noch immer Radioaktivität aus.

Rund 100 Kilometer von Fukushima entfernt ereignete sich am Samstag ein Erdbeben. Die US-Erdbebenwarte in Golden im US-Staat Colorado gab die Stärke mit 6,2 an. Das Epizentrum habe sich vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu 93 Kilometer von Fukushima entfernt befunden. Das Beben fand gegen 08.35 Uhr Ortszeit (01.35 Uhr MESZ) statt.

Atomkraftwerk Hamaoka heruntergefahren

Der Versorger Chubu Electric teilte mit, man habe am Samstag das Atomkraftwerk Hamaoka in Shizuoka vollständig heruntergefahren. Der Betrieb werde erst wieder aufgenommen, wenn neue Sicherheitsmaßnahmen installiert seien, darunter eine riesige Schutzmauer, die die Anlage vor Tsunamis schützen soll. Die Arbeiten werden nach Angaben von Chubu mehrere Jahre dauern. Das Atomkraftwerk Hamaoka gilt als das am stärksten durch Erdbeben gefährdete des Landes.

dapd

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