Verantwortlicher gesteht ein

Tepco: Lage in Fukushima "nicht unter Kontrolle"

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Die Lage in Fukushima ist noch "nicht unter Kontrolle"

Tokio - Die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima ist nach Angaben eines Führungsmitglieds der Betreiberfirma Tepco "nicht unter Kontrolle". Die Regierung dementierte diese Einschätzung.

Die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima ist nach Angaben eines Führungsmitglieds der Betreiberfirma Tepco "nicht unter Kontrolle". Diese umgehend von der Regierung dementierte Einschätzung äußerte Kazuhiko Yamashita am Freitag bei einem Treffen mit Mitgliedern der oppositionellen Demokratischen Partei. Über der Atomanlage im Nordosten des Landes stieg derweil erneut Dampf auf, die Ursache blieb zunächst unklar.

Yamashita wurde bei dem Treffen gefragt, ob er die von Regierungschef Shinzo Abe bei der Kandidatur für die Olympischen Spiele 2020 getätigte Einschätzung teile, dass in Fukushima alles unter Kontrolle sei. Nachdem er mehrfach auswich, antwortete das Mitglied der Tepco-Führung schließlich: "Ich glaube, dass die gegenwärtige Situation so ist, dass sie nicht unter Kontrolle ist."

Die Aussage wurde umgehend von den japanischen Medien verbreitet, woraufhin Abes Kabinettschef Yoshihide Suga die Angaben zurückwies. Ebenso wie Tepco selbst in einer offiziellen Erklärung betonte Suga, dass Yamashita nicht über die generelle Situation gesprochen habe, sondern nur über da spezifische Problem mit dem radioaktiv verseuchten Kühlwasser.

In Fukushima war nach einem Erdbeben und einem Tsunami am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Tepco kämpft seither mit großen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde. Dieses lagert in großen Tanks auf dem Akw-Gelände, an denen immer wieder Probleme auftreten. Zuletzt hatten mehrere Lecks Anlass zur Sorge gegeben. Tausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers traten aus. Tepco vermutet, dass das verseuchte Kühlwasser zum Teil auch ins Grundwasser gelangte.

Am Freitag war über einem der Fukushima-Reaktoren Dampf zu sehen. Tepco konnte die genaue Ursache zunächst nicht nennen. Die Betreiberfirma vermutete aber, dass der Dampf von einer Wasserlache auf dem Reaktor aufgestiegen sei. Die Lage in der schwer beschädigten Anlage sei insgesamt stabil, versicherte Tepco. Weder in dem Gebäude noch in der Umgebung seien erhöhte Strahlenwerte gemessen worden.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima waren alle japanischen Reaktoren vorsichtshalber stillgelegt und überprüft worden. Derzeit ist nur ein einziger Reaktor in Betrieb, er befindet sich im Atomkraftwerk Oi im Westen des Landes und war im Juli 2012 wieder hochgefahren worden. Nun soll er allerdings am Sonntag für Wartungsarbeiten wieder abgeschaltet werden, wie die Betrieberfirma Kepco am Freitag mitteilte. Damit ist Japan in den kommenden Monaten erneut komplett ohne Atomenergie.

AFP

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