Am Tiefpunkt: „Wetten, dass..?“ mit Markus Lanz

Zwei Traumkörper: Markus Lanz, der mit den Chippendales tanzte, und seine Assistentin Cindy aus Marzahn. Foto: dpa

Markus Lanz tat einem schon Leid, als er Nena die ersten Fragen auf dem Sofa von „Wetten, dass ..?“ gestellt hatte. Die Sängerin war zum ersten Mal überhaupt im Samstagabendklassiker des ZDF zu Gast - und sie wäre besser auch der Show aus Freiburg fern geblieben.

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Sie sei nicht hier, „um über damals zu reden, Leute“, sagte die 52-Jährige. Es gebe wichtigere Themen als ihr Kleid. Später erzählte Nena, dass die Gäste auf dem Sofa ihre Familie seien und wie sie ihren „Lotuseffekt“ aktiviere, mit dem sie Gerüchte an sich abprallen lasse. Danach verstummte sie für den Rest der drei Stunden.

Nicht nur wegen Nena war die dritte Ausgabe von „Wetten, dass ..?“ mit Lanz der bisherige Tiefpunkt. Nur noch 8,89 Millionen Zuschauer schalteten ein - das ist der sechstschlechteste Wert in 31 Jahren. Nach der Premiere im Oktober (13,59 Millionen) hatte man gesagt: „Das wird schon.“ Nach der zweiten Sendung (10,77 Millionen) wusste man nicht, ob man lachen oder weinen sollte, als man Tom Hanks beim Sackhüpfen sah. Die dritte Ausgabe ließ einen trotz toller Musik-Acts wie Pink, Rihanna, Alicia Keys und Lang Lang nur noch ratlos zurück.

Die Gäste waren entweder esoterische Zicken (Nena), Langweiler (Schauspieler Heino Ferch) oder überdreht wie Schauspielerin Maria Furtwängler, die ihren Wettkandidaten so durcheinander brachte, dass der prompt scheiterte, Golfschläger am Abschlaggeräusch zu erkennen.

Das eigentliche Problem bleibt jedoch Lanz. Er hat offensichtlich immer noch keinen Gagschreiber. Die einzigen Pointen lieferte der kalauernde Altmeister Karl Dall. Das sagt viel über den Humor von Lanz, dessen Fragen auf dem Sofa immer gleich beginnen: „Ich habe gelesen.“ „Du hast mal gesagt.“ „Es gibt einen schönen Satz von dir.“ Da war selbst das inhaltlose Geplauder von Thomas Gottschalk kurzweiliger.

Fotostrecke: So war die "Wetten, dass..?"-Show

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Sein „Wow“, das einem zuletzt auf die Nerven ging, hat Lanz durch Superlative ersetzt. Ständig ist etwas „spektakulär“, und die Wetten waren für ihn „grandios“ oder „Wahnsinn“. So richtig „Wow“ waren jedoch nur die Kinder, die auf Kajaks übers Wasser liefen. Ein Mädchen spielte dabei sogar Luftgitarre. Der Rest bei „Wetten, dass ..?“ war heiße Luft.

Am Ende löste Lanz seine Wettschuld ein und tanzte mit den Chippendales. Allerdings war er nur mit einem aufgemalten Waschbrettbauch zu sehen. Unser Bauch sagt uns, dass das mit „Wetten, dass ..?“ nicht mehr lang gut gehen wird. Lanz tut einem auch deshalb Leid, weil er im Juni eine Ausgabe aus Mallorca präsentieren soll. Dabei bekommt er angeblich Panikattacken, wenn es wärmer wird als 30 Grad, weshalb er sich ein Winter-„Wetten, dass ..?“ gewünscht hatte. Doch die Show braucht unbedingt einen

dritten Frühling.

Von Matthias Lohr

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