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Auffälliger Wolf „mit erheblichem Schmerzleiden“ eingeschläfert – Tier verunsicherte Anwohner

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Von: Karolin Schäfer

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Bereits seit mehreren Monaten trieb sich ein Wolf im Landkreis Bautzen (Sachsen) herum. Nun wurde das kranke Wildtier eingeschläfert.

Bautzen – Mehrere Monate streifte ein Wolf durch die Umgebung von Kubschütz im Landkreis Bautzen (Sachsen). Nun wurde der etwa einjährige Rüde von einem Tierarzt eingeschläfert, wie die Behörden am Freitag (19. Mai) mitteilten. Der Grund: Er war schwer krank.

Der Wolf litt an einer massiven Hauterkrankung durch Räudebefall. Die parasitäre Erkrankung wird durch Grabmilben verursacht. Zudem habe das Tier eine Deformation des gebrochenen linken Oberschenkelhalses sowie Verwachsungen der Lendenwirbelsäule gehabt. Der Tierarzt schlussfolgerte die Verletzungen als Folge einer Fraktur. „Alle drei Erkrankungen sind schwerwiegend und führen zu dauerhaften Einschränkungen des Wohlbefindens mit erheblichem Schmerzleiden“, hieß es.

Wolf in Sachsen eingeschläfert: Tier war verhaltensauffällig

Eigentlich sollte der Jungwolf vergrämt werden, da er schon zuvor verhaltensauffällig war. Der Wolf sollte so durch Störungen aus der Region vertrieben werden. Seit Anfang des Jahres hatte er wiederholt für Aufsehen und Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt, da er mehrere Ortsteile der Gemeinde Kubschütz regelmäßig aufsuchte.

Ein kranker und verhaltensauffälliger Wolf wurde in Sachsen eingeschläfert. (Symbolbild)
Ein kranker und verhaltensauffälliger Wolf wurde in Sachsen eingeschläfert. (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa

Außerdem habe das Tier im Ortsteil Baschütz immer wieder ein Strohlager als Schlafplatz genutzt und Schutz vor winterlichen Witterungen gesucht. „Im Ortsteil Jenkwitz konnte der Wolf mehrfach bei der Futtersuche auf einem Kompost- beziehungsweise Misthaufen beobachtet werden“, hieß es weiter. In der Nacht von Dienstag (16. Mai) auf Mittwoch (17. Mai) wurde er gefangen und anschließend eingeschläfert.

Begegnung mit dem Wolf: Direktes Zusammentreffen eher unwahrscheinlich

Auch in der Region Kassel wurde vor kurzem ein Wolf gesichtet. In der Unterammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) treibt sich ebenfalls ein Wolf herum, der zuletzt Wild in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhaus gerissen hatte. Der Deutsche Bauernverband fordert in Bayern den Abschuss von Problemwölfen. Werden Wölfe also zur Gefahr für Menschen in Deutschland?

Zwar scheint es beängstigend zu wirken, Anlass zur Panik sind Sichtungen der Wildtiere aber erstmal nicht. Die Tiere sind sehr scheu gegenüber Menschen und meiden direkte Begegnungen, informierte das Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz. „Meistens weichen die Wölfe dem Menschen aus, noch ehe er sie bemerkt hat“, hieß es. Ein direktes Zusammentreffen oder gar Übergriffe von Wölfen auf Menschen seien daher selten.

Begegnung mit dem Wolf: So sollten Sie sich verhalten

Sollten Sie doch mal auf einen Wolf treffen, gilt: Ruhe bewahren und Abstand halten. Zieht sich das Tier nicht zurück, empfiehlt das Ministerium, laut zu sprechen oder in die Hände zu klatschen. Um kein Verfolgungsverhalten des Wildtieres auszulösen, sollte man nicht davon rennen. „Begegnen Sie Ihnen mit Respekt. Versuchen Sie nicht, sich einem Wolf anzunähern und schon gar nicht, ihn anzulocken. Lassen Sie ihm Raum für den Rückzug. Füttern Sie Wölfe unter keinen Umständen und lassen Sie keine Essensreste liegen.“

Verhalten bei Begegnung:

Weniger glimpflich ging zuletzt eine Begegnung mit einem Bären aus. Ein Jogger wurde in Italien von einem Bären getötet. Das Tier, das eingefangen wurde und eingeschläfert werden soll, ist aber offenbar unschuldig. Trotz solcher Horrormeldungen sind aber auch Bärenangriffe – vor allem in Deutschland – extrem selten.

Zwar durchstreifen die Tiere vereinzelt die bayerischen Alpen, sesshaften sind sie hierzulande aber nicht, berichtete das Online-Portal, das zum WDR gehört, Quarks. Auch hier gilt bei Begegnungen ruhig bleiben, stehen bleiben und nicht wegrennen. Bei einem Angriff sollte man sich flach auf den Bauch legen, die Hände in den Nacken legen und ausharren. Wenn es im Wald nach Maggi riecht, deutet das auf Wildschweine hin – auch da gilt es einiges zu beachten. (kas/dpa)

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