Tier-Sprechstunde: Futter-Probleme bei Katze und Wellensittich

Leckeres Futter im Napf: Wenn Katzen nach dem Füttern erbrechen, gibt es es zahlreiche mögliche Ursachen dafür. Foto:  dpa

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Unsere Katze wird seit neun Jahren wegen einer chronischen Darmkrankheit behandelt. Neuerdings sprintet sie nach dem Fressen los, setzt sich abrupt hin und leckt sich das Fell, dann verharrt sie und sprintet wieder los und das gleiche Verhalten beginnt von vorne. Das Ganze wiederholt sich zwei bis drei Mal, dann ist die Attacke vorbei, manchmal hat sie diese Attacken bis zu drei mal täglich. Was könnte das sein?“, war die Frage einer Leserin.

Die Tierärztin: Verhaltensänderungen und -störungen bei der Katze sind oft schwierig zu entschlüsseln. Zunächst einmal sollte festgestellt werden, ob das veränderte Verhalten körperliche oder seelische Ursachen hat. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand.

Das neue Verhalten könnte eine Reaktion auf eine Veränderung beispielsweise des Fütterungsrituals, des Futters oder des Haushaltes sein. Denkbar wäre auch, dass die Katze, die sich nach dem Fressen in Ruhe putzen möchte, gestört wird, beispielsweise durch Bauchschmerzen.

„Welches Futter brauchen Wellensittiche?“, wollte Anna P. wissen.

Die Tierärztin: Als Grundfutter dient eine im Fachhandel erhältliche ausgewogene Körnermischung. Auch Vogelmiere und anderes Grünfutter wie Löwenzahn gehören auf den Speiseplan. Tägliche Gaben von Obst, wie Äpfel und Birnen, oder Gemüse, beispielsweise Salat, Gurke und Karotte, runden den Speiseplan ab. Wichtig ist, dass Obst und Gemüse frei von Pflanzenschutzmitteln sind.

Die kalorienreiche Rispenhirse kann als gelegentliches Leckerli angeboten werden. Menschliche Nahrung wie Käse, Nudel, Gebäck und Wurst ist für Vögel ungesund. Zur Mineralstoffversorgung dient ein Kalkpickstein.

„Welche Ursachen kann es haben, dass unsere zweijährige Katze öfter ihr eben gefressenes Futter erbricht? Ansonsten fehlt ihr nichts, sie frisst auch nicht hastig und auch nicht große Mengen auf einmal“, fragte Hannelore H.

Die Tierärztin: Erbrechen in Zusammenhang mit der Futteraufnahme ohne sonstige Krankheitssymptome lassen eine mechanische Behinderung der Wanderung des Futters von der Maulhöhle in Richtung Darm vermuten, beispielsweise Störungen am Mageneingang oder eine Erweiterung der Speiseröhre.

Abgeleckte Haare, die im oberen Verdauungstrakt zu Haarverballungen werden, können ebenfalls Erbrechen auslösen. Auch Futtermittelunverträglichkeiten, die Aufnahme von Pflanzenteilen, Tumore sowie Magen-Darm-Entzündungen aufgrund von Stoffwechselerkrankungen, Viren, Bakterien, Vergiftungen und Stress können das Erbrechen verursachen. Erste Hinweise liefert eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, welches die Katze vor der Röntgenaufnahme schluckt. Ist die Magen-Darm-Passage gestört, kann mit Hilfe der Kontrastmittelbilder festgestellt werde, wo eine Einschränkung vorliegt. Weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchung, Endoskopie mit Probenentnahme und eine Kotuntersuchung können wichtige Hinweise liefern.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.