Tier-Sprechstunde: Leberkranke Pudel, gebissene Katzen und Impfungen

Verletztes Kätzchen: Grundsätzlich sollten auch alle Bissverletzungen fachmännisch untersucht werden. Foto: nh

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, fühlt sich der Mensch auch nicht wohl. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Was darf meine 15 Jahre alte Pudelhündin bei erhöhten Leberwerten fressen?“ will Karin G. aus Kassel wissen.

Die Tierärztin: Beim gesunden Hund lautet die Faustregel für die Ernährung: Zwei Drittel Eiweiß aus Fleisch und Milchprodukten, ein Drittel Kohlenhydrate aus Gemüse und Getreide. Eine Diät bei Leberfunktionsstörungen zielt darauf ab, die verringerte Leistung der Leber auszugleichen. Stärkereiche Futtermittel wie gekochte Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot sollten beim leberkranken Hund vermehrt gefüttert werden, der Eiweißanteil des Futters etwas gesenkt werden. Das gefütterte Eiweiß muss leicht verdaulich sein, eine Kombination aus Fleisch, Tofu und Milchprodukten wie Quark und Hüttenkäse erfüllt die Anforderung am besten.

Da die Vitamin-C-Eigenproduktion der Leber eingeschränkt sein kann, ist eine Vitamin-C-Gabe von 20 bis 100 Milligramm pro Kilo Körpergewicht sinnvoll. Gemüse sollte gekocht oder gedämpft werden, Möhren und Salat können auch kleingeschnitten frisch gegeben werden. Frisches Obst wie Äpfel und Birnen kann gefüttert werden. Unverträglich und teilweise giftig sind Zwiebeln, Knoblauch, Avocados, Weintrauben.

„Was kann ich tun, wenn meine Katze mit einer Bissverletzung heimkommt?“ wollte Anja P. aus Gudensberg wissen.

Die Tierärztin: Bissverletzungen sind durch die Keime im Maul des Angreifers immer infiziert, Bakterien werden beim Biss tief unter die Haut geschoben. Durch die Bewegung der Zähne kommt es zusätzlich zu großvolumigen Quetschungen und Zerreißungen. Die Eigenart vieler Hunde, ihre Beute zu schütteln, kann neben Schockzuständen auch Verletzungen an der Wirbelsäule und Gelenken verursachen. Auch wenn äußerlich im Fell nur kleine Verletzungen zu sehen sind, können sich in der Tiefe der Haut Abszesse bilden.

Sinnvoll ist daher eine Untersuchung des Tieres auf innere Verletzungen und die Reinigung der Bisswunde durch den Tierarzt, um das Ausmaß der Verletzung bestimmen zu können und damit die nötige Behandlung, beispielsweise eine antibiotische Versorgung zum Schutz vor Infektion, einzuleiten.

„Welche Impfungen braucht mein Pferd eigentlich?“ wollte ein Reiterclub aus der Schwalm wissen.

Die Tierärztin: Für Turnierpferde ist die Influenza-Impfung gegen Pferdegrippe Pflicht (siehe Artikel rechts). Wichtig für alle Pferde ist die Tetanusimpfung, die je nach Impfstoff nach ein bis drei Jahren wiederholt wird. Bei Zuchtpferden wird außerdem die Impfung gegen Herpesviren des ganzen Bestandes empfohlen, die alle sechs Monate wiederholt wird.

Pferde, die sich viel auf der Weide aufhalten, können auch gegen Tollwut geimpft werden, da die Krankheit tödlich für Mensch und Tier ist. Zur Zeit ist Hessen frei von Wild-Tollwut. Weitere Impfungen, beispielsweise gegen Druse, Hautpilz oder West-Nil-Virus, können bei Bedarf verabreicht werden. Grundsätzlich müssen alle Impfungen grundimmunisiert werden, Fohlen werden ab dem fünften Lebensmonat geimpft.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.