Tier-Sprechstunde: Richtige Diät und Zahnstein beim Hund

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Eine giftige Schleckerei: Auch ein Schokoladen-Weihnachtsmann kann für Hunde lebensgefährlich werden.

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

Kann der Tierarzt Zahnstein beim Hund auch ohne Narkose entfernen? fragte ein Leser aus Kassel.

Die Tierärztin: Um Zahnstein gründlich zu entfernen, kommt ein Ultraschallgerät zum Einsatz, mit dem alle Zahnoberflächen und die Übergänge zu den Parodontaltaschen von anhaftenden Belägen befreit werden. Je nach Zustand der Zähne können außerdem Röntgenuntersuchungen, Zahn- und Zahnfleischbehandlungen und das Ziehen von stark gelockerten, nicht erhaltungswürdigen Zähnen nötig werden. Anschließend werden die Zähne noch poliert, um die Bildung von neuem Zahnstein zu verzögern.

Aufgrund der Dauer der Behandlung, der Geräuschbelastung durch den Ton im hohen Frequenzbereich des Ultraschallgerätes und der Schmerzempfindlichkeit von Zahnfleisch und Zähnen sollte der Hund betäubt werden.

Unser Westie ist 15 Jahre alt und wird dreimal täglich gefüttert mit einer selbst gemachten Magen-Darm-Diät aus Reis, Hüttenkäse, Geflügelfleisch, Karotten und Ei, da er früher öfter Durchfall hatte. Nun hat er dauernd Hunger, ist das normal? fragte eine Leserin aus Kassel.

Die Tierärztin: Wenn der Hund wieder gesund ist, kann versucht werden, das Futter schrittweise und langsam wieder auf die gewohnte Ernährung umzustellen. Bei Fertigfutter gibt es Unterschiede im Kaloriengehalt pro Portion, manchmal hilft die Umstellung auf eine andere Sorte mit geringerem Energiegehalt, von der man eine größere Menge füttern kann, ohne dass der Hund zunimmt. Hat der Tierarzt die Magen-Darm-Diät auf Dauer verordnet, sollte das selbst zubereitete Futter nach Berechnung des Bedarfs des Hundes an Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen zusammengestellt werden.

Ist der Hund gesund und erhält er ausreichende Nährstoffe, kann der gezeigte „Hunger“ auch erlernter Appetit sein. Konsequenz bei den Fütterungsritualen und -zeiten kann dabei helfen, dass der Hund nicht ständig um Futter bettelt. Bei einem gesunden Hund genügt auch eine Fütterung pro Tag.

Was kann ich tun, wenn mein Hund Schokolade gefressen hat? wollte eine Leserin wissen.

Die Tierärztin: Schokolade enthält Theobromin, das für Hunde giftig ist. Bei einem kleinen Hund kann ein Riegel Schokolade schon tödlich sein. Bereits die Aufnahme von geringen Mengen Schokolade kann zu Problemen wie Durchfall und Erbrechen führen. Beim Verzehr größerer Mengen kommt es zu Unruhe, Hecheln, Harndrang, Zittern, Muskelkrämpfen, Delirium, Koma und Tod durch Herzversagen.

Die ersten Symptome treten nach vier bis zwölf Stunden auf. Zuerst sollte man versuchen herauszufinden, wann und wie viel der Hund gefressen hat und sofort den Tierarzt anrufen. Ist die Schokolade noch im Magen, sind die giftigen Inhaltsstoffe wahrscheinlich noch nicht vom Körper aufgenommen worden. Dem Hund wird so schnell wie möglich ein Medikament gespritzt, was ihn die Schokolade erbrechen lässt.

Ist die Schokolade schon seit ein paar Stunden im Magen-Darm-Trakt, macht die Behandlung mit einem Brechmittel keinen Sinn mehr, der Hund wird dann entsprechend seiner Symptome behandelt. Die Gabe von Aktivkohle kann die Aufnahme des Giftes vermindern.

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