Tiersprechstunde: Magnettherapie, Hautkrankheiten und Kropf

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Ein Schwarmtier: Wellensittiche leben lieber gemeinsam mit Artgenossen.

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

Meine Freundin hat einen Hund mit Arthrose und eine Katze mit Darmbeschwerden. Seit sie ein Magnetherz in den Wassernapf getan hat, seien die beiden wieder für Spielchen zu haben, lustig und fidel, sagt sie. Ist so etwas möglich? Das wollte eine Leserin wissen.

Die Tierärztin: In der ganzheitlichen Tiermedizin wird die Schulmedizin durch alternative Heilmethoden ergänzt. Es kommen auch Magnetresonanztherapien zum Einsatz, bei der das Tier einem Magnetfeld ausgesetzt wird.

Die Behandlung von Trinkwasser mit einem Magneten, Steinen oder Metallen und deren Wirkung auf die Gesundheit von Tier und Mensch sind wissenschaftlich nicht belegt. Es ist auch nicht bekannt, ob Trinkwasser durch einen Magneten überhaupt nachhaltig verändert werden könnte, da die Wasserstoffverbindungen ohnehin instabil sind.

Der Zusammenhang von einem Magnet im Wassernapf und der Verbesserung von Symptomen unterschiedlicher Erkrankungen bei zudem unterschiedlichen Tierarten erscheint daher unwahrscheinlich.

Unser Mini-Bullterrier Lilly hat seit einem Jahr rote Stellen in der Leistengegend, die mal mehr und mal weniger werden. Behandlungen wegen Verdacht auf Allergien mit Cortison brachten nur kurzfristigen Erfolg. Eine spätere Hautuntersuchung ergab Milbenbefall, dieser wurde vor drei Monaten behandelt. Die roten Stellen sind aber immer noch da. Gibt es Spezialisten, die Lilly helfen können? So lautete die Frage einer Leserin aus Witzenhausen.

Die Tierärztin: Hauterkrankungen sind oft schwierig zu diagnostizieren und langwierig in der Behandlung. Zu den üblichen Untersuchungsmethoden zählt neben dem Abstrich auch das Hautgeschabsel, mit dem Milbenarten, aber auch größere Parasiten wie Läuse, Haarlinge, Zecken und Flöhe direkt oder unter dem Mikroskop gefunden werden.

Die Untersuchung von Gewebeproben ist bei vielen Hautkrankheiten die einzige Methode, um zu einer sicheren Diagnose zu kommen. Es gibt Tierärzte, die auf Hauterkrankungen spezialisiert sind, eine weitere Möglichkeit stellen die Veterinärmedizinischen Unikliniken dar.

Seit vergangenem Jahr spuckt unser Wellensittich hin und wieder seine Körner aus. Er wird allein gehalten, ist vier Jahre alt, ein Hahn, sehr zahm und spricht. Müssen wir uns Sorgen machen?, wollte ein Leser aus Alheim wissen.

Die Tierärztin: Das gelegentliche Spucken der Körner kann ein Anzeichen einer Kropfentzündung sein. Der Kropf ist eine Aussackung der Speiseröhre des Vogels, in der Nahrung gespeichert und eingespeichelt wird.

Aufgenommene Schadstoffe oder reizendes Futter, ein Vitamin-A-Mangel sowie eine Nierenerkrankung können eine Entzündung des Kropfes begünstigen. Als Erreger werden vorwiegend Bakterien, seltener auch Pilze in einem Kropfabstrich kranker Tiere nachgewiesen.

Die infizierten Vögel magern rasch ab und können auch sterben. Beim älteren Wellensittich kann es gelegentlich zu einer Kropfentzündung aufgrund einer Erweiterung des Kropfes kommen, wodurch das Futter zu lange liegen bleibt und die Schleimhaut reizt.

Die Behandlung der Kropfentzündung richtet sich nach der Ursache. Bei einer Infektion wird der Kropf mit der Hand entleert und ein Medikament in den Kropf gegeben, eine Erweiterung des Kropfes kann operativ gerafft werden.

Eine Kropfentzündung kann außerdem entstehen bei allein gehaltenen Wellensittichen, die vor einem Spiegel im Käfig häufig versuchen, den vermeintlichen Partner zu füttern und dazu dauernd Futter hochwürgen. Der Wellensittich ist ein Schwarmtier und sollte daher nicht allein gehalten werden. Auch wenn er zahm ist und „spricht“, ist der Mensch kein Ersatz für einen Artgenossen.

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