Tierärztin Bettina Mangold über Pfotenverletzungen und Hinternrutscher

Wer ein Tier besitzt, der hat häufig viele Fragen und Probleme rund um die Gesundheit seines Haustieres. Tierärztin Bettina Mangold beantwortet sie in ihrer Tiersprechstunde.

„Welche Ursachen gibt es für verletzte Pfoten beim Hund und was kann man dagegen tun?“, fragte ein Leser aus Baunatal.

Die Tierärztin: Die Ballen wie auch die Zwischenzehenhaut der Hundepfoten reagieren relativ empfindlich auf Umwelteinflüsse wie Kälte und Feuchtigkeit. Vor allem in der Winterzeit brauchen sie spezielle Aufmerksamkeit und Pflege. Zum Schutz hat sich das Einreiben der Ballen mit Vaseline oder Melkfett vor dem Spaziergang bewährt. Bei Hunden mit rissigen, empfindlichen Ballen können die Pfoten mit Hundeschuhen (Booties) geschützt werden.

Ursachen für Ballenverletzungen: Der Klassiker sind Pfotenverletzungen durch Fremdkörper wie Grannen, die beim Laufen tief in den Zwischenzehenbereich eindringen. Kann der Fremdkörper nicht gleich herausgezogen werden, können Verbände mit Zugsalbe helfen, oder der Fremdkörper wird chirurgisch entfernt. Eine Kontrolle der Pfoten nach dem Spaziergang und das Kürzen der Haare zwischen den Zehen kann vorbeugend nützlich sein.

Spröde, rissige, stark verdickte Ballen können durch Infektionskrankheiten, wie beispielsweise durch Staupe oder Leishmaniose, ausgelöst werden. Auch Stoffwechselstörungen wirken sich auf die Haut aus. Bei einer eingeschränkten Funktion der Leber und der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einer Mangelernährung der Haut, was zur Verdickung führen kann.

Bei jungen, schnell wachsenden und großen Rassen reicht manchmal der Zinkgehalt in der Ernährung nicht aus. Zinkmangel kann auch aufgrund eines Gendefektes entstehen, bei dem die Fähigkeit fehlt, Zink über den Darm aus der Nahrung aufzunehmen. Betroffene Rassen sind Siberian Husky, Alaskan Malamute und Bullterrier. Bei Mangelernährung hilft eventuell auch eine gezielte Diät.

Bei manchen Hunderassen wie beim Irish Terrier und bei der Bordeaux Dogge, in Einzelfällen auch beim Golden Retriever, Labrador Retriever und beim Kerry Blue Terrier, ist eine übermäßige Verdickung des Ballenhorns angeboren. Betroffene Hunde haben bereits im Alter von wenigen Monaten stark verdicktes Horn an allen vier Pfoten, das zu Rissen neigt. Tägliche Pfotenbäder mit spezieller Lösung können hier helfen.

„Warum rutscht unser Hund auf dem Hintern?“, wollte Irene W. aus Hann. Münden wissen.

Die Tierärztin: Das typische „Schlittenfahren“ bei Hunden, also das Rutschen auf dem Hinterteil, ist ein Kennzeichen von Juckreiz im Analbereich. Auslöser können Entzündungen von Haut und Schleimhaut sein, oft ausgelöst durch verstopfte Analbeutel oder Wurminfektionen.

Analbeutel: Die Analbeutel liegen beidseits am Schließmuskel des Darmausgangs und enthalten Duftdrüsen, die beim Kotabsetzen entleert werden. Verstopfen die Ausführungsgänge der Analbeutel, können sich Entzündungen, Abszesse, Fisteln und Tumoren entwickeln, die Schmerzen beim Kotabsatz bis hin zum Einhalten des Kotes zur Folge haben können. Bei Verstopfungen der Analbeutel werden die Drüsen mehrmals wöchentlich ausgedrückt. In schweren Fällen können die Gabe eines Antibiotikums sowie das Einbringen einer antibiotischen Lösung in die Drüsen und das Auflegen warmer Kompressen sinnvoll sein.

Wurminfektion: Aus dem After auswandernde Bandwurmglieder reizen die Haut im Analbereich und lösen Juckreiz aus. Ein Wurmbefall kann mit Untersuchung einer Kotprobe festgestellt und entsprechend mit Medikamenten behandelt werden.

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