Wie menschlich sind Tiere?

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Mitgefühl gibt es auch unter Tieren, das zeigten beispielsweise Beobachtungen von Affen.

Vancouver - Empörung gegen Ungerechtigkeit und Trost nach einer Niederlage - das ist für Menschen ganz normal. Doch Forscher dokumentierten solch ein Verhalten auch bei Affen.

Ganz ähnlich wie Menschen können Affen Gefühle wie Gerechtigkeit und Trost zeigen. Das hat der Biologe Frans de Waal vom Primatenzentrum an der Emory Universität in Atlanta in Videos dokumentiert. Die Tiere protestieren, wenn unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe verteilt werden. Auch Mitgefühl sei weit verbreitet im Tierreich, berichtete de Waal am Montag (Ortszeit) in Vancouver zum Abschluss einer Tagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

Bei Affen habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter lege, sagte der Niederländer. Der 63-Jährige forscht seit vier Jahrzehnten mit Affen um seine Theorie zu beweisen, dass ethisches Verhalten nicht nur das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung ist. Es müsse auch ein Resultat der Evolution sein, weil Konfliktlösung und gegenseitige Hilfe Wettbewerbsvorteile im Kampf ums Überleben waren.

Bei einer Videovorführung demonstrierte der Forscher und Buchautor auch, dass Elefanten sich im Spiegel erkennen. Die Aufnahmen zeigten ein asiatisches Elefantenweibchen namens Pepsi, das sein Maul vor einem Spiegel weit öffnete und interessiert ins Innere sah. Außerdem versuchte sie, mit dem Rüssel ihre Augenregion abzutasten. Das Team von de Waal hatte je ein im Spiegel sichtbares X darüber gemalt. Der Verhaltensforscher widersprach der Auffassung, Tieren mangele es an der Fähigkeit zur Selbsterkennung, zur Empathie und einem Gefühl für Moral.

Der AAAS lädt jedes Jahr im Februar Wissenschaftler und Studenten der verschiedensten Fakultäten zu Vorträgen und Diskussionen ein. Ihre Konferenz gilt als weltgrößte interdisziplinäre Veranstaltung der Welt. Nach Angaben der Organisation nahmen in Vancouver mehr als 8000 Experten aus gut 60 Ländern an dem Programm teil.

dpa

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