Tierpräparator erklärt:So wird Knut ausgestopft

+
Knut wird ausgestopft

Berlin - Der Tod des weltberühmten Eisbärs Knut ist erst wenige Tage her, aber vergessen werden soll er nie - Knut wird ausgestopft. Wie das genau läuft, erklärt ein Tierpräparator:

Lesen Sie dazu auch:

Trauer um Knut - PETA erhebt schwere Vorwürfe

Nach den Plänen des Berliner Zoos soll der plötzlich gestorbene, weltweit beliebte Eisbär Knut ausgestopft und im Naturkundemuseum ausgestellt werden. Der Berliner Tierpräparator Stephan Klaue erklärte im dapd-Interview die technischen Abläufe der Prozedur.

“Als erstes wird das Fell des Bären vollständig abgezogen, die Krallen bleiben dabei am Fell dran. Dann wird der Körper genauestens vermessen“, sagte der 50-jährige Klaue, der nach eigener Aussage seit 30 Jahren als Tierpräparator arbeitet. Die Maße würden später auf eine Form aus Hartschaum übertragen.

“Bevor das Fell zum Gerber kann, müssen Lippen, Ohren und Nase zwischen innerer und äußerer Schicht gespalten werden, damit dort Füllstoff und Gerbflüssigkeit eindringen können“, erklärte Klaue. Anschließend werde das Fell gegerbt, um es zu stabilisieren und haltbar zu machen. “Die Haut wird dabei ständig feucht gehalten, damit sie noch über die Hartschaum-Form gezogen werden kann“, fügte er hinzu.

Trauer um Knut: Bilder aus seinem Leben

Trauer um Knut: Bilder aus seinem Leben

Die Trennung von Fell und Körper sei die körperlich anstrengendste Arbeit des Prozesses, meinte Klaue: “Ich nehme an, dass sie im Naturkundemuseum dafür Spezialkräne zu Hilfe nehmen“. Bis zum BSE-Skandal seien die Innereien zu Tierfutter oder Seife verarbeitet worden, heute würden sie verbrannt und vernichtet.

Um den Bären aufzustellen, gebe es Basisformen aus Hartschaum, über die das präparierte Fell gezogen werde. Bei einem prominenten Tier wie Knut, müsse die Hartschaum-Form bis ins Detail angepasst werden, damit Schädelform und Körperbau einen hohen Wiedererkennungswert haben.

Die Augen ausgestopfter Eisbären bestünden meist aus Bleikristall, sagte Klaue und fügte hinzu: “Derart präpariert kann Knut im Naturkundemuseum mehrere hundert Jahre stehen“.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.