Hundeführerschein für alle hessischen Halter?

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Süße Kampfhundebabys: Keine Rasse sei an sich gefährlich, sagt die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin. Deshalb fordert sie einen Hundeführerschein für alle Halter.

Wiesbaden - Ganz gleich, ob kleiner Dackel oder riesige Dogge: Hundebesitzer müssen mit ihren Tieren richtig umgehen. Deshalb fordert die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin einen Hundeführerschein – nicht nur für die Halter von Kampfhunden, sondern aller Rassen.

„Es gibt keine per se gefährlichen Rassen“, schreibt Martin in ihrem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2010. Stattdessen komme es darauf an, wie die Hunde gezüchtet wurden und wie die Halter sie erziehen. Deshalb lehnt die Landesbeauftragte auch die bestehende Liste ab, die einzelne Rassen pauschal als aggressiv beurteilt. In Hessen müssen derzeit Hunde aus zehn Rassen einem Wesenstest unterzogen werden, weil ihre Abstammung als problematisch angesehen wird.

Laut Martin sind es aber meist individuelle Schwierigkeiten, wenn der Hund Probleme macht. Und die lägen oft beim Besitzer. „Viele Halter können das Verhalten ihres Hundes nicht richtig deuten“, sagt Martin gegenüber unserer Zeitung. Bei Problemen lande der Hund schnell im Tierheim, und der nächste werde angeschafft: „So wiederholt sich die gleiche Entwicklung.“

Wissen übner Umgang mit Hunden beweisen

Ihr Vorschlag: Wer sich einen Hund anschaffen will, soll eine Sachkundeprüfung ablegen, in der er sein Wissen über den Umgang mit Hunden beweist. Später soll eine Mensch-Tier-Team-Prüfung folgen. „Es geht darum, dass der Hund dem Verantwortlichen unter normalen Umständen gehorcht“, erklärt Martin. Wer schon jetzt einen Hund besitzt, solle den Hundeführerschein aber nur erwerben, wenn es einen Anlass gebe, etwa bei auffälligem Verhalten des Hundes oder bei vorbestraften Besitzern.

Der Tierschutzbeauftragten geht es nicht nur darum, Angriffe von Hunden auf Menschen zu verhindern. Neben der Sicherheit der Allgemeinheit kommt es Martin auf das Wohlergehen der Tiere an. „Immer mehr Hunde werden in die Tierheime abgeschoben“, sagt sie. Martin hofft, dass höhere Hürden dafür sorgen, dass angehende Hundebesitzer besser mit ihrem Tier umgehen und beim Kauf wissen, worauf sie sich einlassen.

Ihre Forderung ist nicht neu. Martin plädiert seit Jahren für einen Hundeführerschein in Hessen. Niedersachsen hat ihn nach langer Diskussion vor Kurzem eingeführt. Auch in Österreich und der Schweiz müssen angehende Hundehalter nachweisen, dass sie mit ihrem Tier umgehen können.

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